Berlin, 18 Juli 2026

Trotz einer Beschwerde der Menschenrechtsorganisation FairSquare beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) steuert FIFA-Präsident Gianni Infantino mit breiter Rückendeckung seiner Mitgliedsverbände auf eine vierte Amtszeit zu, die beim FIFA-Kongress am 18. März 2027 in Rabat offiziell bestätigt werden soll.

Wie der Guardian berichtet, haben mehr als 200 der insgesamt 211 FIFA-Mitgliedsverbände Briefe mit Unterstützung für Infantino eingereicht. Bereits rund um den FIFA-Kongress Ende April in Vancouver hatten Verbände aus Südamerika, Afrika und Asien ihre gemeinsame Unterstützung zugesagt und Infantino damit vorab die nötige Mehrheit gesichert. Mit diesem Rückhalt gilt eine vierte Amtszeit des 56-Jährigen als praktisch sicher; offizielle Kandidaturen können noch bis Mittwoch, den 18. November 2026, eingereicht werden.

Breite Unterstützung aus drei Kontinenten

Infantino hatte seine erneute Kandidatur Ende April beim Kongress in Vancouver angekündigt. Er ist seit 2016 FIFA-Präsident, damals trat er die Nachfolge von Joseph Blatter an. Zwei spätere Bestätigungen im Amt erfolgten ohne Gegenkandidaten. Sollte Infantino im März 2027 in Rabat erneut gewählt werden, läuft die neue Amtszeit laut FIFA-Statuten bis 2031 – es wäre seine letzte als FIFA-Präsident.

Parallel zur breiten Unterstützung aus den Mitgliedsverbänden läuft Kritik aus Europa. Die britische Menschenrechtsorganisation FairSquare erklärte, sie habe diese Woche eine formelle Beschwerde beim IOC eingereicht. FairSquare wirft Infantino vor, wiederholt gegen IOC-Regeln zur politischen Neutralität verstoßen zu haben. Kern der Vorwürfe sei, dass Infantino US-Präsident Donald Trump angeblich politische Unterstützung angeboten habe.