FK Austria Wien hat in der ersten Runde des ÖFB-Cups den Wiener Sport-Club mit 5:0 besiegt und ist mit einem Drei-Tore-Abend von Johannes Eggestein in die zweite Runde eingezogen.

Schneller Start und Debütanten

Die Partie am Samstag in der neuen, ausverkauften Sport-Club-Arena im Wiener Stadtteil Hernals war bereits nach 62 Sekunden entschieden, als Johannes Eggestein die Austria in Führung brachte. Der Stürmer nutzte seinen ersten Abschluss zu einem flachen Schuss in die kurze Ecke, den Christoph Haas im Tor des Regionalligisten nur abklatschen konnte. Der Treffer fiel nach Vorarbeit von Daniel Nnodim, der damit seine erste Profi-Vorlage lieferte.

Austria-Trainer Stephan Helm hatte im Vergleich zum Europa-Conference-League-Spiel in Lettland sieben Positionen verändert, um Spieler zu schonen. Eine der Umstellungen betraf den jungen Nnodim, der mit 18 Jahren sein Profidebüt gab. Bereits nach wenigen Sekunden zahlte sich dessen Einwechslung aus.

Rückschlag durch Dragovics Kopfverletzung

Die Vienna-Derby-Stimmung bekam in der 20. Minute einen Dämpfer, als Aleksandar Dragovic nach einem Zusammenprall mit dem Kopf des Sport-Club-Spielers Kerim Abazovic nach einem Eckball lange behandelt werden musste. Trainer Helm erklärte nach dem Spiel: „Es war schon ein ordentlicher Schlag am Hinterkopf. Ich denke, er muss genäht werden. Ich hoffe aber, dass es sonst nichts Schlimmeres ist.“ Reinhold Ranftl ersetzte den Verteidiger.

Die Heimelf aus der dritthöchsten Spielklasse zeigte sich vom Rückstand jedoch unbeeindruckt. In der 43. Minute bugsierte Abazovic einen Freistoßball aus rund 20 Metern über Umwege an die Querlatte – die beste Chance des Sport-Club an diesem Abend. Danach ging es mit der Austria-Führung in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel agierte die Mannschaft von Helm deutlich zielstrebiger. Bereits in der 50. Minute eroberte Kapitän Manfred Fischer im Pressing den Ball, bediente Eggestein, und der legte quer auf Sanel Saljic, der zum 2:0 einschob. Nur fünf Minuten später verwertete Eggestein einen Abpraller nach einem Kopfball von Saljic an den Pfosten zum 3:0.

Eggesteins Dreierpack als Schlüssel

Den Schlusspunkt unter eine dominante zweite Hälfte setzte Eggestein in der 58. Minute selbst. Nach einem Steilpass von Fischer lupfte der 25-Jährige über den herauseilenden Haas und schnürte seinen Dreierpack. Auch Helm lobte die Steigerung: „Der Spielverlauf hat uns gut in die Karten gespielt.“

Eggestein verbuchte am Ende drei Tore und eine Vorlage und war damit der unumstrittene Matchwinner. „Ich glaube, wir haben eine ordentliche Partie gespielt. Ab der 30. Minute waren wir aber etwas zu passiv. In der zweiten Hälfte haben wir das dann wieder deutlich besser gemacht. Da haben wir dann die Angriffe auch beendet“, bilanzierte der Stürmer.

Bengalos und kurze Unterbrechung

Den Schlusspunkt setzte Hasan Deshishku in der 75. Minute. Der 18-Jährige, der ebenfalls sein Profidebüt feierte, eroberte den Ball selbst und traf zum 5:0-Endstand. Damit stellte er seinen ersten Treffer im Herrenbereich sicher und rundete den gelungenen Nachmittag der jungen Austria-Kräfte ab.

Begleitet wurde der zweite Durchgang von einem kurzen Fanutrag in den Austria-Blöcken: Nach der Pause zündeten Anhänger der Wiener Bengalos, die Sicht war für rund fünf Minuten eingeschränkt. Schiedsrichter und Spieler warteten die Sichtbehinderung ab, ehe das Spiel ohne weitere Unterbrechungen zu Ende ging.

Revanche für die Cup-Pleite von 2022

Der Vergleich hatte für Austria Wien auch eine historische Komponente: Vor vier Jahren hatten die Veilchen im Cup 1:3 gegen denselben Gegner verloren. Diesmal geriet der Gast aus der Bundesliga zu keinem Zeitpunkt in Gefahr und stieg am Ende standesgemäß in die zweite Runde auf.

In den anderen Partien des ersten ÖFB-Cup-Wochenendes gab es unterdessen Überraschungen. Admira Wacker, Zweitligist, schied nach einem 1:2 beim Viertligisten SV Leithaprodersdorf aus der Burgenlandliga sang- und klanglos aus.

Admira und Imst scheitern überraschend

Aus der dritten Liga schieden der SC Imst trotz zwischenzeitlicher Führung aus: Im Tiroler Duell unterlag das Team von Trainer Thomas Kofler beim Bundesligisten TSV Hartberg mit 1:3. Benjamin Markus hatte die Gastgeber früh in Führung gebracht (12.), Marco Hoffmann per Elfmeter nachgelegt (23.).

SC Imst kam durch Alp Demir in der 43. Minute zum zwischenzeitlichen 1:2 zurück. Nach Wiederanpfiff drückte der Drittligist, vergab jedoch durch den früheren Hartberger Thomas Kofler einen Strafstoß (56., gehalten von Luka Maric) und musste im Finish noch den dritten Gegentreffer durch Jed Drew in der Nachspielzeit hinnehmen.

Hartberg im Schopp-Comeback erfolgreich

Zudem scheiterte der neu verpflichtete Hartberger Agustin Urrutia in der 90. Minute mit einem Elfmeter. Das 3:1 war zugleich der Auftakt zur dritten Amtszeit von Markus Schopp als Hartberg-Cheftrainer, der den Klub damit erfolgreich durch die erste Cup-Hürde lotsen konnte.

Den Abschluss der ersten ÖFB-Cup-Runde bildete am Abend das Wiener Derby zwischen Wienerberg und Rapid. Die Auslosung für die zweite Runde folgt am Mittwochabend.

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