Der österreichische Fußball-Bundesligist Wiener Austria bestreitet am Donnerstag um 19.30 Uhr MESZ das Hinspiel in der zweiten Qualifikationsrunde der Conference League gegen Beitar Jerusalem.

Das Spiel in Jerusalem ist für die Wiener Austria der Auftakt in die europäische Pflichtspielserie der neuen Saison. Beide Vereine treffen zum ersten Mal in einem offiziellen Wettbewerb aufeinander. Beitar Jerusalem, sechsfacher israelischer Meister, hatte sich überraschend für diese Runde qualifiziert. Die Verantwortlichen in Wien sehen in der internationalen Aufgabe vor allem eine Entwicklungschance für den eigenen Kader.

Personalie, die in der Vorbereitung besonders hervorgehoben wurde, ist unter anderem die Rückkehr von Aleksandar Dragovic in den Austria-Kader nach mehreren Verletzungspausen. Auch Offensivspieler Shon Weissman, der in der abgelaufenen Saison zu den wenigen Konstanten im Angriffsspiel der Wiener gehörte, zählt voraussichtlich zur Startelf. Trainer Stephan Helm hatte in den Trainingstagen zuvor betont, dass solche internationalen Auftritte gerade für jüngere Spieler wertvolle Erfahrungen bedeuten.

Personalien und Erwartungen

Auf israelischer Seite ist Noam Muche ein Akteur, den die Austria-Verantwortlichen in ihrer Vorbereitung hervorgehoben haben. Muche gilt als einer der auffälligsten Spieler in der bisherigen Saison der heimischen Ligat haaretz. Beitar-Trainer und Verein haben angekündigt, mit voller Offensivbesetzung in die Partie zu gehen, um bereits im Hinspiel eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel in Wien zu schaffen.

Sportlich steht für die Austria vor allem die Frage im Raum, ob die Mannschaft an die Leistungen aus den letzten Ligaspielen anknüpfen kann. In der heimischen Bundesliga war der Start durchwachsen, international soll nun das Selbstvertrauen zurückgewonnen werden. Mit Julian Hettwer, der in den Testspielen überzeugte, steht zudem ein Spieler bereit, der für die offensive Durchschlagskraft sorgen soll.

Das Rückspiel in Wien ist für die kommende Woche terminiert, genaue Anstoßzeiten wurden von der UEFA noch nicht bestätigt. Klar ist: Der Sieger aus diesem Duell trifft in der dritten Qualifikationsrunde auf einen stärkeren Gegner, möglicherweise aus dem Lostopf der gesetzten Teams. Die Austria rechnet mit einem vollen Stadion in Jerusalem und einem aufgeheizten Publikum.

Reise, Sicherheit und Übertragung

Reisetechnisch hatte die Austria bereits am Vortag mit dem Charterflug nach Israel aufbrechen müssen. Wegen der angespannten Sicherheitslage in der Region gelten für die Delegation besondere Schutzvorkehrungen. Der österreichische Verband steht dazu in engem Austausch mit den israelischen Behörden und mit UEFA-Sicherheitsbeauftragten.

Übertragung: Das Hinspiel wird ab 19.30 Uhr live im österreichischen Free-TV gezeigt, zusätzlich übertragen diverse Streamingdienste das Spiel. Kommentator ist Oliver Oberhammer, als Experte ist Ex-Nationalspieler Martin Scherb im Studio zu Gast.

Für Trainer Stephan Helm, der die Austria erst seit Beginn dieser Saison betreut, ist es das erste Pflichtspiel auf internationaler Bühne. Er hatte vor der Partie gesagt: „Unsere Spieler – ob jung oder alt – können in solchen internationalen Duellen wertvolle Erfahrungen sammeln, die für ihre Entwicklung viel wert sind."

Statistik und Ausgangslage

Statistisch spricht die Bilanz leicht für Beitar: In sechs europäischen Heimspielen der vergangenen Saison kassierte der Klub keine Niederlage. Die Austria hingegen hat seit 2022 kein Pflichtspiel mehr in Israel bestritten. Die Ausgangslage vor dem Duell ist also offen.

Die mögliche Startaufstellung der Austria wird sich nach dem Abschlusstraining am Spieltag entscheiden. Fest steht, dass die Mannschaft mit derselben defensiven Grundordnung wie zuletzt in der Liga auflaufen wird, im Mittelfeld aber auf eine kontrollierte Ballzirkulation setzen soll.

Wirtschaftliche Bedeutung für Beitar

Für Beitar Jerusalem ist das Spiel gegen einen österreichischen Vertreter nicht nur sportlich, sondern auch finanziell bedeutsam. Ein Erfolg in der Conference League würde die Einnahmen aus UEFA-Prämien merklich steigern. Beitar-Präsidentin Tzurit Pessach hatte vor Wochenfrist betont, dass der Klub international wieder eine Rolle spielen will.

Die Austria-Fans reisen ebenfalls mit einem Sonderflug nach Jerusalem. Rund 350 Anhänger haben sich angemeldet, die im Gästeblock des Teddy-Stadions Platz finden sollen.