Felbermayr F1 Academy: 25 Punkte Rückstand vor Silverstone | sportnachrichten
Felbermayr F1 Academy: 25 Punkte Rückstand vor Silverstone
Silverstone, 04. Juli 2026
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Kurzfassung
Emma Felbermayr geht das nächste Rennen der F1 Academy in Silverstone mit dem klaren Ziel Meisterschaftssieg an. Die Oberösterreicherin liegt 25 Punkte hinter der führenden Britin Alisha Palmowski und bereitet sich parallel in der britischen Formel 4 auf den Traditionskurs vor.
Die oberösterreichische Rennfahrerin Emma Felbermayr peilt in der F1 Academy den Titel an und bestreitet am Sonntag (11.00 Uhr MESZ) in Silverstone das nächste Rennen der Frauen-Rennserie mit Formel-4-Autos.
Klares Ziel: Academy-Titel
Emma Felbermayr hat sich für die laufende Saison ein klares Ziel gesetzt. "Zurzeit ist aber ganz klar das Ziel, die F1 Academy zu gewinnen", sagte die 19-Jährige, die für das Team Rodin Motorsport antritt. Nach dem zehnten Gesamtrang in ihrer Debütsaison sieht sie die aktuelle Spielzeit als Chance auf den Titel. Ihr Rückstand auf die Tabellenspitze beträgt 25 Punkte, der Rückstand auf die führende britische Red-Bull-Juniorin Alisha Palmowski ist damit überschaubar. "Es ist noch alles drin", sagte die Audi-Nachwuchsfahrerin am vergangenen Wochenende im Rahmen des Grand Prix in Österreich, wo sie bei den Boxenstoppübungen ihres Teams im Cockpit sitzen durfte.
Das vergangene Wochenende in Spielberg war für Felbermayr ein besonderes Erlebnis. "Das ist ein Traum, das zumindest einmal zu fühlen, auch wenn ich selber nicht gefahren bin." Denn der Bolide wird bei den Tests von Mechanikern zum Reifenwechsel gerollt, Felbermayr musste zur richtigen Zeit bremsen und den Überblick behalten. Das sei etwas "ganz Besonderes" gewesen, betonte Felbermayr im APA-Gespräch. In Spielberg war es das erste Mal, dass sie in einem Formel-1-Auto gesessen ist.
Erste Formel-1-Luft in Spielberg
Die Aufmerksamkeit bei Audi sei größer als im Vorjahr bei Sauber, erklärte die Oberösterreicherin. 2026 fährt Felbermayr für Audi, mit den Formel-1-Piloten Nico Hülkenberg und Gabriel Bortoleto teilt sie sich an den Rennstrecken die Hospitality. Den Einblick in den Formel-1-Alltag sieht sie als zusätzliche Motivation für ihre eigene Karriere. Zugleich warnt sie vor zu schnellen Erwartungen: "Die Academy ist nicht mein Endziel." Der Weg in die Königsklasse ist ein langer, und für Frauen in einer von Männern dominierten Sportart ein besonders schwerer.
Schritt für Schritt Richtung Formel 3
Felbermayr geht das Projekt Schritt für Schritt an. Sie fährt neben der F1 Academy regelmäßig in der italienischen Formel 4 ebenfalls gegen Männer um Punkte. Wenige Wochen vor ihrem ersten Silverstone-Gastspiel war sie zudem in der britischen Formel 4 gegen männliche Konkurrenten auf dem Traditionskurs im Einsatz, um Übungskilometer zu sammeln. "Da gibt es mehrere Optionen mit einigen guten Meisterschaften wie etwa die Formula Regional", erklärte Felbermayr mit Blick auf die Zeit nach der Academy-Saison. Nach dem Saisonende soll der Schritt in ein schnelleres Auto folgen, in eine Meisterschaft zwischen der Formel 4 und Formel 3.
Dass in Zukunft eine Frau in einem Formel-1-Cockpit sitzen könnte, hält Felbermayr für realistisch. "Ich glaube schon, dass es auf jeden Fall möglich ist, wenn eine mit Talent und allen Voraussetzungen kommt", sagte sie. Gleichzeitig bleibt sie bodenständig: "Ich sage nicht, dass ich definitiv in die Formel 1 komme. Ich will jetzt die F1 Academy gewinnen und dann schaue ich, welche Türen sich öffnen." Das Sprungbrett F1 Academy sieht sie derzeit klar als Zwischenschritt. "Das ist für mich jetzt nur ein Zwischenschritt." Ziel sei der Titel, danach wolle sie die nächste Stufe in Angriff nehmen.
Sieg in Schanghai als Mutmacher
Die ersten Saisonrennen in Schanghai verliefen für Felbermayr vielversprechend. Beim Saisonauftakt in der chinesischen Metropole war sie im Hauptrennen zum Sieg gefahren. "Die ersten zwei Rennen haben gezeigt, dass Alisha und ich ein bisschen weiter vorne sind", sagte sie mit Blick auf die Tabellenführerin Palmowski. Die direkte Konkurrentin führt die Meisterschaft an, der Abstand ist mit 25 Zählern jedoch aufholbar. Felbermayr sieht das Titelrennen als offen an und verweist auf die noch ausstehenden Rennen.
Im Qualifying sieht die Oberösterreicherin noch Verbesserungspotenzial. "Meine Starts waren eine Katastrophe", gab Felbermayr unumwunden zu. "Es wird nicht einfach, aber ich will es ja auch nicht einfach haben." Im Qualifying habe sie noch Schwächen, räumte sie ein. "Ich konnte da manchmal den Moment noch nicht so genießen", erklärte die Welserin. Diese Selbstkritik gehört für sie dazu, denn die F1 Academy an einem Formel-1-Wochenende sei eine andere Welt als die gewohnten Nachwuchsserien. Sie sieht ihre Debütsaison in der F1 Academy mit dem zehnten Gesamtrang als komplette Lernkurve.
Sichtbarkeit als Schlüssel zum Erfolg
Die F1 Academy ist eine Rennserie mit Formel-4-Autos für Frauen zwischen 16 und 25 Jahren. Die Rennen finden im Rahmen der Formel 1 statt. Durch diese Plattform erhalten die Pilotinnen enorme Sichtbarkeit. "Wir bekommen in der F1 Academy enorm viel Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit – und dadurch auch Sponsoren", betonte Felbermayr. Diese Aufmerksamkeit ist gerade für Nachwuchspilotinnen entscheidend, da Motorsport ein kostenintensiver Sport ist und Sponsoren oft den Unterschied machen.
Felbermayr kommt aus einer echten Motorsport-Familie. Die 19-Jährige stammt aus einer Familie, in der Vater und Großvater viele Jahre fixe Größen in der Langstreckenszene waren. Diese Verwurzelung im Motorsport prägt ihren Werdegang und gibt ihr ein solides Umfeld. Der familiäre Hintergrund hilft ihr, die Höhen und Tiefen des Rennsports einzuordnen.
Den Spagat zwischen zwei Rennserien beschreibt Felbermayr als anspruchsvoll. "Es sei immer schwierig, zwischen zwei Meisterschaften zu wechseln, ihr Fokus liege derzeit auf der F1 Academy", heißt es aus ihrem Umfeld. "Ich fahre ja daneben noch die italienische Formel-4-Meisterschaft", sagte sie. Dennoch steckt sie ihre ganze Arbeit in die F1 Academy. "Aber meine ganze Arbeit stecke ich in die F1 Academy." Die Kombination aus Academy und italienischer Formel 4 soll sie auf höhere Aufgaben vorbereiten.
Doppelbelastung Academy und Formel 4
Einen Vorgeschmack auf die Königsklasse bekam sie in Österreich. In Spielberg durfte sie nicht nur im Cockpit eines Formel-1-Boliden Platz nehmen, sondern auch einen Blick hinter die Kulissen werfen. "Nicht viele haben die Möglichkeit, in so ein Auto zu steigen", sagte Felbermayr. Diese Erfahrung bestärkt sie in ihrem Karriereziel, ohne den langen Atem aus den Augen zu verlieren. Der Schritt in ein schnelleres Auto soll erst nach dem Saisonende erfolgen.
Felbermayr denkt in Etappen. "Dann denke ich einfach Schritt für Schritt weiter", erklärte sie ihren Ansatz. Erst der Titel in der F1 Academy, dann der Wechsel in eine schnellere Meisterschaft, irgendwann vielleicht der Sprung in höhere Motorsportklassen. Die 22-jährige Französin Doriane Pin, die bei einem Test im April in Silverstone insgesamt 76 Runden in einem Silberpfeil drehte, zeigt, dass dieser Weg grundsätzlich möglich ist. Felbermayr sieht darin eine Bestätigung, dass der Traum von der Formel 1 für Frauen erreichbar sein kann. "Es ist natürlich der Traum", sagte Felbermayr.
Vor zweieinhalb Jahren hat Felbermayr mit L17 den Führerschein gemacht. "Strafzettel: Vor zweieinhalb Jahren habe ich mit L17 den Führerschein gemacht", heißt es dazu. Diese kleine Anekdote zeigt, dass die junge Pilotin ihren Weg konsequent geht, auch abseits der Rennstrecke. Mit erst 19 Jahren hat sie bereits in mehreren Rennserien Erfahrung gesammelt und ist auf einem guten Weg in Richtung Spitzen-Motorsport.
Silverstone als nächste Bewährungsprobe
Das kommende Rennen in Silverstone ist für Felbermayr ein besonderes. Sie hat auf dem Traditionskurs bereits in der britischen Formel 4 trainiert und kennt die Strecke daher bereits. Mit den gesammelten Erfahrungen aus den ersten Saisonsaisons, dem Sieg in Schanghai und der zusätzlichen Übungszeit in Silverstone reist sie selbstbewusst an. Ihr Ziel ist klar: die F1 Academy zu gewinnen. "Das ist für mich aber eine Lernmeisterschaft", erklärte Felbermayr mit Blick auf den Lernprozess. Das Rennen am Sonntag (11.00 Uhr MESZ) in Silverstone wird zeigen, ob sie den Rückstand auf Palmowski weiter verkürzen kann. "Es gibt nur 22 Plätze in der Formel 1, und wenn ein Mann nicht liefert, wird er genauso rausgeschmissen." Diese nüchterne Sicht auf den Motorsport teilt sie mit anderen Profis.
Felbermayr bleibt bei aller Ambition realistisch. "Ich sage nicht, dass ich definitiv in die Formel 1 komme", betonte sie. Der Titel in der F1 Academy ist das nächste Etappenziel, alles Weitere wird sich entwickeln. Mit Audi im Rücken, der Erfahrung in der italienischen Formel 4 und der zusätzlichen Übungszeit auf der Silverstone-Strecke hat sie gute Voraussetzungen, um den Rückstand auf Palmowski in den kommenden Rennen aufzuholen. Ihr Traum von der Formel 1 lebt, auch wenn der Weg dorthin noch lang ist. "Mädchen, hört nicht auf die Vorurteile", lautet ihr Appell an junge Nachwuchspilotinnen.
Fragen & Antworten
Wer ist Emma Felbermayr?
Emma Felbermayr ist eine 19-jährige österreichische Rennfahrerin aus Oberösterreich, die für das Team Rodin Motorsport in der F1 Academy antritt und 2026 als Audi-Nachwuchsfahrerin fungiert.
Was ist die F1 Academy?
Die F1 Academy ist eine Rennserie mit Formel-4-Autos für Frauen zwischen 16 und 25 Jahren, deren Rennen im Rahmen der Formel-1-Wochenenden stattfinden.
Wie groß ist der Rückstand von Felbermayr auf die Tabellenführerin?
Felbermayr liegt 25 Punkte hinter der führenden britischen Red-Bull-Juniorin Alisha Palmowski und belegt damit den zweiten Rang in der Meisterschaft.