Der australische Fußball-Nationalspieler Cristian Volpato ist nach Angaben der Polizei in Sydney nach einem positiven Kokain-Schnelltest bei einer Verkehrskontrolle ins Visier der Ermittler geraten.
Zweimal in einer Nacht gestoppt
Wie die Polizei mitteilte, wurde ein 22-jähriger Autofahrer in der Nacht gleich zweimal wegen überhöhter Geschwindigkeit gestoppt. Bei der zweiten Kontrolle, rund zwei Stunden nach der ersten, sei ein Drogentest durchgeführt worden, der vor Ort positiv auf Kokain reagierte. Eine zusätzliche Probe sei zur Bestätigung in ein Labor geschickt worden, teilten die Ermittler weiter mit.
Australische Medien berichten übereinstimmend, dass es sich dabei um den Fußball-Profi Volpato gehandelt haben soll. Volpato, geboren in Sydney, ist Mittelfeldspieler beim italienischen Erstligisten Sassuolo Calcio. Zuvor stand er bei AS Roma unter Vertrag. Der Verein Sassuolo Calcio und Football Australia hatten sich zunächst nicht zu dem Vorfall geäußert. Der Klub erwarte Volpato in den kommenden Tagen in Italien zum Start der Saisonvorbereitung, hieß es.
Wer ist Cristian Volpato?
Bei der ersten Kontrolle in der Nacht, fuhr er 109 km/h in einer Zone, in der lediglich 60 km/h erlaubt sind, wie aus den späteren Ermittlungsunterlagen hervorgeht. Damit lag das Tempo rund 50 km/h über der erlaubten Höchstgeschwindigkeit. Ein Atemalkoholtest sei bei der ersten Kontrolle negativ ausgefallen. Nach dem zweiten Stopp wurde der Führerschein des Profis laut Polizei für sechs Monate für den Bundesstaat New South Wales ausgesetzt. Eine Geldbuße wurde ausgestellt. Offizielle Begründung für die Führerscheinmaßnahme war das überhöhte Tempo. Der Mittelfeldspieler von Sassuolo Calcio war demnach mit seinem BMW unterwegs.
Dieser soll positiv auf Kokain ausgefallen sein, so die Schilderung der australischen Sender und Zeitungen. Wie der Sender ABC unter Berufung auf Angaben von Football Australia berichtete, wurde der Verband über den Vorfall und die Vorwürfe gegen den Spieler informiert. Ein Sprecher des Verbandes bestätigte gegenüber ABC, dass man über die Vorwürfe gegen einen seiner Spieler in Kenntnis gesetzt worden sei.
Reaktion von Football Australia
Football Australia erklärte zudem, mit dem Spieler in Kontakt zu stehen, den Fall zu beobachten und ihn während des laufenden Verfahrens zu unterstützen. Volpato selbst hatte sich zum Zeitpunkt der Berichterstattung nicht öffentlich zu den Vorwürfen geäußert. Die Polizei kündigte an, dass die Laboranalyse der zweiten Probe abgewartet werde und die Ermittlungen andauerten.
Volpato gilt als eines der größten Talente im australischen Fußball. Er hatte in der laufenden Saison sein Debüt für die australische A-Nationalmannschaft gegeben. Mit den Socceroos nahm er an der Weltmeisterschaft in den Vereinigten Staaten, Mexiko und Kanada teil und bestritt dabei drei Spiele. Zuvor war er für die Jugendnationalmannschaften Italiens aktiv gewesen. Bei der WM in Nordamerika schied Australien im Achtelfinale nach einem dramatischen Elfmeterschießen gegen Ägypten aus.
Mögliche Konsequenzen im Anti-Doping-Verfahren
Rechtlich stehen in Australien auf einen Verstoß gegen das Anti-Doping-Gesetz ohne gültige medizinische Ausnahmegenehmigung je nach Umständen Sperren von bis zu vier Jahren. Wie ABC unter Berufung auf das Reglement berichtete, kann ein Dopingverstoß außerhalb des Wettbewerbs, der nicht leistungssteigernd wirkt, auf eine Sanktion von drei Monaten reduziert werden. Welche Kategorie auf Volpato zutrifft, hängt vom Ergebnis der Laboranalyse und der Einordnung durch die zuständigen Stellen ab.
Die Berichte waren zuerst vom australischen Sender ABC sowie von mehreren Tageszeitungen aufgegriffen worden. Beide Kontrollen ereigneten sich in Sydney am späten Abend und in der Nacht (Ortszeit). Die Polizei gab das Alter des Fahrers mit 22 Jahren an. Weitere Details, etwa zum genauen Zeitpunkt der Kontrollen oder zur Identität des Profis, wurden zunächst nicht von offizieller Seite bestätigt.
Rolle von Sassuolo Calcio
Sassuolo Calcio hatte sich zum Zeitpunkt der Berichterstattung nicht öffentlich geäußert. Der Klub erwarte Volpato aber in den kommenden Tagen in Italien, um dort mit der Vorbereitung auf die neue Saison zu beginnen. Das Verhältnis zwischen Verein und Spieler sowie mögliche disziplinarische Schritte des Klubs blieben zunächst offen.
Football Australia verwies in seiner Stellungnahme darauf, dass der Verband den Spieler während des Verfahrens unterstütze. Ein Sprecher sagte, man nehme die Angelegenheit ernst und beobachte die weiteren Ermittlungen. Ob der Spieler für kommende Länderspiele oder Trainingsmaßnahmen nominiert wird, blieb zum Zeitpunkt der Berichterstattung unklar.
Die zweite Probe sei laut Polizei zur Bestätigung des Vorort-Tests in ein Labor geschickt worden. Das Ergebnis dieser Laboranalyse steht aus. Bis zum Vorliegen des Ergebnisses gilt der Spieler als nicht überführt, sondern als Gegenstand laufender Ermittlungen. Auch die Anti-Doping-Behörden könnten nach Vorliegen des Laborergebnisses eingebunden werden.
Ausblick auf kommende Ermittlungsschritte
Die australischen Sportmedien bewerteten den Vorfall als möglichen Imageschaden für den Verband und den Spieler. Volpato, der sowohl für die australische als auch für die italienische Jugend spielberechtigt war, hatte sich erst in der laufenden Saison endgültig für die Socceroos entschieden. Die kommenden Wochen gelten als entscheidend dafür, wie Verbände, Verein und Sponsoren auf den Fall reagieren werden.
Mögliche Konsequenzen für Volpato reichen nach derzeitigem Stand von einer Sperre im Anti-Doping-Verfahren über zivilrechtliche Schritte bis zu strafrechtlichen Folgen wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz. Noch ist allerdings unklar, in welche Richtung sich die Ermittlungen entwickeln werden. Die Polizei verwies auf den Grundsatz, dass Ermittlungen bis zum Abschluss nicht öffentlich kommentiert würden.
Für die WM in den Vereinigten Staaten, Mexiko und Kanada hatte Volpato im australischen Kader gestanden. Mit ihm war Australien im Achtelfinale nach Elfmeterschießen gegen Ägypten ausgeschieden. Die Erinnerung an dieses Turnier und der aktuelle Vorfall stehen nun in einem Kontrast, der die Berichterstattung in Australien prägt.
Insgesamt bleibt die Sachlage dynamisch. Polizei, Football Australia, Sassuolo Calcio sowie mögliche Anti-Doping-Stellen werden die nächsten Schritte prüfen. Volpato selbst hat sich bisher nicht öffentlich geäußert. Weitere Informationen werden nach Vorliegen der Laborergebnisse und offiziellen Stellungnahmen erwartet.
Die Berichte beziehen sich auf Angaben der australischen Polizei sowie auf Recherchen von ABC und australischen Tageszeitungen. Die beschuldigte Person wurde in keiner amtlichen Verlautbarung namentlich genannt. Die Identifizierung als Volpato beruht bislang auf Medienberichten, die sich auf nicht namentlich genannte Quellen stützen.
