Ägypten im Achtelfinale: Sieg gegen Australien im | sportnachrichten
Ägypten wirft Australien im Elfmeterschießen aus dem Turnier und steht erstmals seit 1934 im WM-Achtelfinale
Dallas, 04. Juli 2026
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Kurzfassung
Ägypten hat im Sechzehntelfinale der Fußball-WM 2026 Australien mit 4:2 nach Elfmeterschießen besiegt und steht damit erstmals seit 1934 in einer K.-o.-Runde einer Weltmeisterschaft. Matchwinner war Hossam Abdelmaguid mit dem entscheidenden Elfmeter, Kapitän Mohamed Salah hatte per Panenka getroffen.
Ägypten hat am Freitag im Sechzehntelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 Australien mit 4:2 nach Elfmeterschießen (1:1 nach 120 Minuten) besiegt und damit erstmals in seiner Geschichte eine K.-o.-Runde bei einer WM überstanden.
Der entscheidende Abend in Dallas
Vor 70.244 Zuschauern im Dallas Stadium setzte sich die Mannschaft von Trainer Hossam Hassan nach 120 Minuten und einem 1:1-Unentschieden mit 4:2 im Elfmeterschießen durch. Matchwinner war Hossam Abdelmaguid, der den entscheidenden Versuch verwandelte. Auf ägyptischer Seite verwandelten alle vier Schützen, darunter Kapitän Mohamed Salah, der seinen Strafstoß als Chip über den eingewechselten Mathew Ryan lupfte, den sogenannten Panenka. Bei Australien scheiterten Harry Souttar und der 18-jährige Lucas Herrington – Souttar schoss über das Tor, Herrington traf die Latte.
Frühe Führung, vergebene Riesenchance
Ägypten hatte die Partie früh unter Kontrolle gebracht. Bereits in der 13. Minute köpfelte Emam Ashour aus kurzer Distanz zur Führung ein, sein zweiter Turniertreffer nach dem Gruppenspiel gegen Belgien. Danach bestimmte der siebenmalige Afrikameister das Geschehen und hielt nach der Führung rund 66 Prozent Ballbesitz. Die erste große Chance der Partie allerdings hatten die Australier: Cristian Volpato, 22 Jahre alt, traf in der 5. Minute mit einem langen Schuss aus etwa 25 Metern die Oberkante der Latte.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb Ägypten zunächst gefährlich. In der 46. Minute, nur neun Sekunden nach Wiederanpfiff, vergab Omar Marmoush, Angreifer von Manchester City und früherer Frankfurter Bundesligaprofi, freistehend aus rund zehn Metern die große Chance auf das zweite Tor. Kurz darauf, in der 48. Minute, kam es nach einem Freistoß der Australier zu einem Luftduell zwischen Connor Metcalfe und Mohamed Hany, bei dem Hany einen Schlag ins Gesicht abbekam und kurz behandelt werden musste.
Hanys historisches Missgeschick
Genau dieser Mohamed Hany wurde in der 55. Minute zur tragischen Figur. Nach einem weiteren Freistoß von Aiden O'Neill lenkte er den Ball unglücklich ins eigene Netz und sorgte so für den Ausgleich der Australier. Es war bereits sein zweites Eigentor bei dieser WM – auch im Gruppenspiel gegen Belgien (1:1) hatte Hany ins eigene Tor getroffen. Damit wurde er laut den vorliegenden Berichten zum ersten Spieler der WM-Geschichte, dem bei einem einzelnen Turnier zwei Eigentore unterliefen.
Beach hält Australien im Spiel
In der Folge entwickelte sich eine intensive, aber über weite Strecken ereignisarme Partie. Aziz Behichs Abschluss in der 35. Minute war für Ägyptens Torhüter Mostafa Shobeir kein Problem. Die größte Chance zur Entscheidung in der regulären Spielzeit hatte Ramy Rabia, dessen Kopfball in der Nachspielzeit der australische Schlussmann Patrick Beach mit einer Weltklasse-Parade über die Latte lenkte. Auch Volpato verfehlte in der Nachspielzeit der ersten Hälfte (45+1) das lange Eck.
Popovics riskante Auswechslung
In der Verlängerung wechselte Australiens Trainer Tony Popovic in der 119. Minute den bis dahin starken Patrick Beach aus und brachte den 34-jährigen Routinier Mathew Ryan, der als erfahrener Schütze und Elfmeterkiller gelten sollte. Der Schachzug zahlte sich jedoch nicht aus: Ryan konnte keinen der vier ägyptischen Elfmeter parieren. Salah hatte unterdessen durchgespielt und damit seine Oberschenkelzerrung aus dem Spiel gegen Iran (1:1) überstanden. Seine Rückkehr in die Startelf war wegen der Verletzung lange fraglich gewesen.
Australien startete mit dem St.-Pauli-Duo Jackson Irvine und Connor Metcalfe, beide aus der abgestiegenen Bundesliga-Mannschaft. Irvine bestritt sein elftes WM-Spiel und egalisierte damit den Rekord von Mathew Leckie als australischer Rekordnationalspieler bei Weltmeisterschaften. Metcalfe wurde im Laufe des Spiels mit Stollen am Gesicht getroffen und musste behandelt werden. Der ebenfalls für Australien aufgebotene Jacob Italiano vom österreichischen Zweitligisten GAK fehlte verletzt mit einem Adduktorenbündelriss.
Sala Tränen und Panenka
Nach dem Schlusspfiff herrschte auf ägyptischer Seite grenzenloser Jubel. Kapitän Salah konnte die Tränen nicht zurückhalten. «Es ist historisch. Es ist das Größte, was ich je erlebt habe», sagte der 34-Jährige. Mit dem Spiel bestritt Salah zudem sein 100. Länderspiel (korrigiert: 120. Länderspiel) und verpasste mit seinem ausgebliebenen Turniertor den Ausgleich zum ägyptischen Rekordtorschützen Hossam Hassan (69 Tore), der inzwischen als Trainer an der Seitenlinie steht. Über den Panenka-Elfmeter sagte Salah: «Wenn es jemand macht, dann ich. Ich wollte meinem Team Selbstvertrauen geben. Ich habe mich im letzten Moment dafür entschieden, auch weil es meine letzte WM ist.»
Ein historischer Moment für Ägypten
Trainer Hossam Hassan, einst selbst ägyptischer Rekordtorschütze, erklärte nach dem historischen Erfolg, dass seine Mannschaft «den ersten K.-o.-Sieg der WM-Geschichte» Ägyptens gefeiert habe. Tatsächlich hatte Ägypten zuletzt 1934 in einer K.-o.-Runde einer WM gestanden, damals allerdings gleich in der ersten Runde mit 2:4 gegen Ungarn verloren. Danach war es dem nordafrikanischen Rekord-Afrikameister in keinem der folgenden Turniere gelungen, die Gruppenphase zu überstehen – bis zu diesem Freitag in Dallas.
Australiens anhaltendes K.-o.-Trauma
Für Australien bedeutet die Niederlage das erneute Aus in einer WM-K.-o.-Runde. Die Socceroos waren 2006 in Deutschland im Achtelfinale an Italien und 2022 in Katar an Argentinien gescheitert – beide Male an Teams, die später Weltmeister wurden. Einen K.-o.-Sieg bei einer WM haben die Australier damit weiterhin nicht aufzuweisen. Auch Trainer Tony Popovic konnte die Auswechslung seines Torhüters vor dem Elfmeterschießen nicht erklären.
Die Partie war Teil des erweiterten WM-Programms mit 32 Teams im Sechzehntelfinale und wurde vom uruguayischen Schiedsrichter Tejera geleitet. Karten des Spielberichts: Es wurden keine gelben Karten an Spieler vergeben, Gelbe Karten gab es lediglich für Mitglieder des Trainerstabs (Elsaghir) sowie für die Spieler Hassan und Ibrahim.
Ausblick: Argentinien oder Kap Verde?
Ägypten trifft nun am Dienstag in Atlanta im Achtelfinale auf den Sieger der Partie zwischen Argentinien und Kap Verde. Anpfiff ist um 18:00 Uhr (live auf ORF1 ab 17:00 Uhr). Damit kommt es möglicherweise zum Duell mit Titelverteidiger Argentinien und Lionel Messi. Sollte es so kommen, wartet auf Salah und seine Mannschaft die größtmögliche Herausforderung. Die Parallelpartie am Dienstag bestreitet um 22:00 Uhr die Schweiz.
Der ägyptische Sieg in Dallas fügt sich in ein insgesamt denkwürdiges Wochenende der WM ein. In den USA steht ein erweitertes Teilnehmerfeld von 48 Mannschaften im Einsatz, mehrere K.-o.-Partien wurden bereits in der Nacht ausgetragen. Unabhängig vom ägyptischen Erfolg sorgten am Wochenende unter anderem vier Tote bei Siegesfeiern am Ángel de la Independencia in Mexiko-Stadt nach dem 2:0-Achtelfinalsieg Mexikos über Ecuador für Schlagzeilen. FIFA erwägt zudem eine Vorverlegung des Achtelfinals zwischen Mexiko und England um sechs Stunden aufgrund der Höhenlage des Estadio Azteca in Mexiko-Stadt.
Die Berichterstattung über das Spiel wurde am 04.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet und basiert unter anderem auf ORF-Übertragungen sowie internationalen Agenturmeldungen. Australien war mit einem Pfostenschuss durch Volpato (5.), einem Schuss von Behich (35.) und dem späten Kopfball von Rabia (90+3) dennoch gefährlich genug, um das Spiel über die reguläre Spielzeit hinaus offen zu halten.
Ägyptens Trainerstab um Hossam Hassan hatte im Vergleich zum vorherigen Gruppenspiel fünf Wechsel in der Startelf vorgenommen, Australien trat mit derselben Elf an, die im letzten Gruppenspiel gegen Paraguay 0:0 gespielt hatte. Im FIFA-Ranking lag Australien auf Platz 27, Ägypten auf Platz 29 – der Klassenunterschied war auf dem Platz kaum erkennbar, und am Ende entschied die Tagesform im Elfmeterschießen.
Fragen & Antworten
Wie hat Ägypten das Sechzehntelfinale gegen Australien entschieden?
Ägypten gewann am Freitag im Dallas Stadium nach 120 Minuten mit 1:1-Unentschieden durch ein 4:2 im Elfmeterschießen gegen Australien. Den entscheidenden Elfmeter verwandelte Hossam Abdelmaguid.
Wer ist Mohamed Hany und warum ist sein Eigentor historisch?
Mohamed Hany ist ein ägyptischer Spieler, der in der 55. Minute nach einem Freistoß von Aiden O'Neill ins eigene Tor traf. Es war sein zweites Eigentor bei dieser WM, womit er laut den vorliegenden Berichten der erste Spieler der WM-Geschichte wurde, dem bei einem Turnier zwei Eigentore unterliefen.
Wie geht es für Ägypten im Turnier weiter?
Ägypten trifft am Dienstag um 18:00 Uhr in Atlanta im Achtelfinale auf den Sieger der Partie Argentinien gegen Kap Verde. Sollte Argentinien gewinnen, kommt es zum Duell mit Titelverteidiger und Lionel Messi.