Zinédine Zidane übernimmt die französische Nationalmannschaft – Vertrag bis 2030
Paris, 29. Juli 2026
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Kurzfassung
Der französische Fußballverband hat Zinédine Zidane am Dienstag offiziell als neuen Cheftrainer der Équipe Tricolore vorgestellt. Der 54-Jährige tritt die Nachfolge von Didier Deschamps an und unterschrieb einen Vertrag bis zur WM 2030.
Der französische Fußballverband (FFF) hat Zinédine Zidane am Dienstag offiziell als neuen Cheftrainer der französischen Fußballnationalmannschaft vorgestellt, womit die seit Monaten gehandelte Personalentscheidung formal bestätigt wurde.
Ein lange erwarteter Anruf
Zidane, der am Tag der Bekanntgabe 54 Jahre alt ist, übernimmt das Amt zu Beginn des Septembers und tritt die Nachfolge von Didier Deschamps an. Der Vertrag läuft bis zur Fußball-Weltmeisterschaft 2030 und umfasst damit auch die Europameisterschaft 2028. Mit der Unterschrift endet eine rund fünfjährige Pause des früheren Weltklassespielers als Trainer.
In einer Stellungnahme des Verbandes sagte Zidane: „Ich habe es oft gesagt: Es gibt nichts Größeres als die französische Nationalmannschaft. Daher ist es eine Freude und natürlich eine grosse Ehre, Trainer dieser französischen Nationalmannschaft zu werden. Es ist aber auch eine Verantwortung.“ Der Franzose, der in Marseille geboren wurde, sprach zudem von „aussergewöhnlichen Spielern“ und einer „aussergewöhnlichen Mannschaft“ und versprach: „Ich werde alles geben, damit diese Mannschaft weiterhin gewinnt – das ist das Einzige, was mich antreibt.“
Die Nations League als erste Bewährungsprobe
Seine ersten Pflichtspiele als Nationaltrainer wird Zidane Ende September und Anfang Oktober in der Nations League bestreiten. Die Partien gegen die Türkei am 25. September, gegen Belgien am 28. September, gegen Italien am 2. Oktober und erneut gegen Belgien am 5. Oktober stehen etwa drei Wochen nach seinem offiziellen Amtsantritt auf dem Programm.
Die Führungsetage des Verbandes reagierte mit Erleichterung auf die längst überfällige Bekanntgabe. Die Gespräche zwischen Zidane und dem Verband hatten sich nach eigenen Angaben bereits im Februar 2025 nach dem Rücktritt von Deschamps konkretisiert. Dass Zidane überhaupt erst seit 2021 ohne Traineramt war, lag nach eigener Aussage an seinem Warten auf genau diesen Posten: „Ich habe vier oder fünf Jahre lang Angebote erhalten, einen Verein zu übernehmen, und habe sie alle zugunsten der französischen Nationalmannschaft abgelehnt.“ Auf die Frage, was er künftig tun wolle, gab er die klare Antwort: „Das war das Einzige, was ich tun wollte.“
Deschamps übergibt nach 14 Jahren
Didier Deschamps, der das Amt 14 Jahre innehatte, übergibt seinem Nachfolger eine Mannschaft mit einem starken Kader. Zidane kann auf Spieler wie Kylian Mbappé, Ousmane Dembélé und Michael Olise zurückgreifen. Deschamps selbst hatte nach dem Ausscheiden beim jüngsten World Cup in Nordamerika sein Ende als Trainer verkündet. Die Équipe Tricolore war dort im Halbfinale am späteren Weltmeister Spanien gescheitert und hatte das Spiel um Platz drei gegen England in Miami mit 4:6 verloren. Deschamps resümierte mit den Worten: „Es ist das Ende einer Reise.“
Der scheidende Coach kann auf eine bemerkenswerte Bilanz zurückblicken. Von 2012 an führte er die Franzosen zum WM-Titel 2018 in Russland, erreichte das Endspiel der WM 2022 in Katar (Niederlage gegen Argentinien) und stand 2016 in Frankreich im EM-Endspiel gegen Portugal. Insgesamt bestritt er 185 Partien als Sélectionneur. Bereits als Spieler hatte er 1998 den WM-Pokal und im Jahr 2000 die Europameisterschaft gewonnen – zusammen mit Zidane, der damals Mannschaftskapitän war.
Zwei Franzosen, eine Generation
Die Beziehung zwischen den beiden prägt die Geschichte des französischen Fußballs über mehr als zwei Jahrzehnte. Als Spieler feierten sie den größten Triumph 1998 im eigenen Land. Der damalige Kapitän Zidane führte die Mannschaft, Deschamps lief an seiner Seite auf. Beide standen auch im EM-Endspiel 2000 in Belgien und den Niederlanden auf dem Platz, das Frankreich für sich entschied.
Zidane selbst beendete seine aktive Laufbahn auf dramatische Weise. Im WM-Finale 2006 in Berlin köpfte er den italienischen Verteidiger Marco Materazzi nach einer Provokation in der Verlängerung und sah die Rote Karte. Frankreich verlor das Endspiel im Elfmeterschießen gegen Italien. Trotz dieses Vorfalls bleibt Zidane eine der prägendsten Figuren des Weltfußballs: dreimaliger FIFA-Weltfußballer, dreimaliger italienischer Meister mit Juventus (1997, 1998) und Real Madrid (2003), spanischer Meister mit Real Madrid (2007) und Champions-League-Sieger als Spieler 2002 mit den Königlichen.
Als Trainer profilierte sich Zidane vor allem bei Real Madrid. In zwei Amtszeiten von 2016 bis 2018 und von 2019 bis 2021 gewann er dreimal die Champions League, wurde zweimal spanischer Meister und etablierte sich als einer der erfolgreichsten Übungsleiter seiner Generation. Der Schritt zurück auf die Trainerbank bei einem Nationalverband markiert nun einen neuen Abschnitt seiner Karriere.
Die Erwartungen an den neuen Coach sind hoch, aber auch klar definiert. Mit der EM 2028 und der WM 2030 stehen zwei Großereignisse an, bei denen Frankreich um Titel mitspielen will. Der Verband setzt darauf, dass Zidane mit seiner Erfahrung, seinem Namen und seiner Fähigkeit, Top-Spieler zu führen, diese Ziele erreichen kann.
Hohe Erwartungen an den neuen Coach
Zidane tritt einen Posten an, der in Frankreich als einer der prestigeträchtigsten im internationalen Fußball gilt. Die Kombination aus sportlicher Klasse, medialer Präsenz und symbolischer Wirkung macht den 54-Jährigen für den Verband zur naheliegenden Wahl, zumal er bereits als Spieler eine Ära geprägt hat. Ob er diese Ära nun auch als Trainer prägen kann, werden die kommenden Monate zeigen.
Der erste Härtetest folgt rasch: Innerhalb weniger Wochen nach seinem Amtsantritt trifft die Mannschaft auf starke Gegner in der Nations League. Die Begegnungen gegen die Türkei, Belgien (zweimal) und Italien geben Aufschluss darüber, wie Zidane seinen Kader formen will, welche taktischen Ideen er mitbringt und wie schnell er mit der neuen Generation um Mbappé, Dembélé und Olise zu einer Einheit findet.
In Frankreich wurde die Nachricht mit Spannung, aber auch mit Genugtuung aufgenommen. Die Beförderung Zidanes war ein offenes Geheimnis; nun liegt es am neuen Mann, die in ihn gesetzten Erwartungen zu erfüllen – und an der Mannschaft, die Wende nach dem enttäuschenden Abschneiden beim World Cup in Nordamerika einzuleiten.
Ausblick auf eine neue Ära
Mit dem Amtsantritt im September beginnt für Zidane, der seine Karriere als Ausnahmekönner und als einer der erfolgreichsten Vereinstrainer der jüngeren Geschichte begonnen hat, ein neues Kapitel. Die Mission: Frankreich zurück an die Spitze des Weltfußballs zu führen.
Für Deschamps endet eine Ära. Der 57-Jährige übergibt eine Mannschaft, die in den vergangenen anderthalb Jahrzehnten sportlich und gesellschaftlich eine zentrale Rolle im Land spielte. Sein Abschied fällt in eine Phase des Umbruchs, gleichzeitig aber auch der Kontinuität: Mit Zidane übernimmt ein Mann, der als Spieler und Trainer bereits Geschichte geschrieben hat.
Der Generationswechsel an der Spitze der Équipe Tricolore ist damit vollzogen. Aus dem Duo, das 1998 als Spieler den WM-Pokal hob, wird nun ein Duo, das als Trainer Verantwortung trägt – der eine im Ruhestand, der andere vor einer neuen, großen Aufgabe.
Der kommende Länderspielblock wird zeigen, mit welcher Handschrift Zidane die Mannschaft prägen will. Klar ist: Der Verband hat sich für die größtmögliche sportliche Identifikationsfigur entschieden, die der französische Fußball zu bieten hat.
Fragen & Antworten
Wer ist Zinédine Zidane?
Zinédine Zidane ist ein 54-jähriger französischer Fußballtrainer und ehemaliger Weltklassespieler, geboren in Marseille, der zuletzt zwischen 2019 und 2021 Real Madrid trainierte und nun die Équipe Tricolore übernimmt.
Warum endete die Amtszeit von Didier Deschamps?
Didier Deschamps trat nach 14 Jahren als Nationaltrainer Frankreichs zurück, nachdem die Mannschaft beim World Cup in Nordamerika im Halbfinale an Spanien gescheitert und im Spiel um Platz drei England mit 4:6 unterlegen war.
Welche Aufgaben warten auf Zidane mit der Nationalelf?
Zidane soll Frankreich zur Heim-EM 2016 nicht, sondern zur EM 2028 und zur Weltmeisterschaft 2030 führen; seine ersten Pflichtspiele bestreitet er Ende September und Anfang Oktober in der Nations League gegen die Türkei, Belgien (zweimal) und Italien.
Zidane neuer Frankreich-Trainer: Vertrag bis 2030 | sportnachrichten