Las Vegas, 17 Juni 2026

Die Vegas Golden Knights haben sich einen Tag nach der 2:4-Niederlage im Stanley-Cup-Finale gegen die Carolina Hurricanes von Interims-Cheftrainer John Tortorella getrennt, wie der Klub am Dienstag bekanntgab.

Die Entscheidung fiel am Dienstag und steht im direkten Zusammenhang mit dem verlorenen Endspiel, in dem die Golden Knights bereits am Montagabend mit 0:3 vor heimischem Publikum unterlagen. Tortorella hatte das Team erst im März des gleichen Jahres von Bruce Cassidy übernommen und war somit weniger als vier Monate im Amt, bevor die Trennung vollzogen wurde. Die Amtszeit des 67-jährigen US-Amerikaners endet damit deutlich früher als geplant.

Hintergrund: Vom März-Start zum Juni-Ende

Tortorella war nach einem enttäuschenden Saisonverlauf der Mannschaft verpflichtet worden, um sofortige Verstärkung an einem entscheidenden Punkt der Saison zu liefern. General Manager Kelly McCrimmon erklärte dazu: „Als die Entscheidung fiel, Torts nach Vegas zu holen, brauchten wir sofortige Verstärkung, um uns an einem entscheidenden Punkt der Saison zu helfen.“ Tortorella führte das Team in der Folge zur Meisterschaft der Pacific Division und schließlich bis ins Playoff-Finale.

Dort trafen die Golden Knights auf die Carolina Hurricanes, die am Ende ihren ersten Stanley Cup seit 2006 gewannen. Die Serie endete mit 2:4, nachdem die Knights zuvor in den Playoffs noch deutlich weniger Mühe hatten: Sie besiegten die Utah Mammoth 4:2, die Colorado Avalanche 4:0 und die Anaheim Ducks 4:2. Im regulären Saisonverlauf hatte es zudem einen 5:1-Auswärtssieg gegen die Anaheim Ducks gegeben.

Reibereien mit der Liga: Strafe nach Mediensperre

Die Zusammenarbeit zwischen Tortorella und dem Klub verlief allerdings nicht ohne Reibung. Mitte Mai wurden die Golden Knights und ihr Trainer von der NHL mit einer empfindlichen Geldstrafe belegt, nachdem Tortorella sich geweigert hatte, mit Reportern zu sprechen, und die Kabine für die Medien geschlossen blieb. Die Strafe belief sich auf über 100.000 US-Dollar und folgte auf den 5:1-Auswärtssieg bei den Anaheim Ducks sowie die Qualifikation für das NHL-Halbfinale. Der Vorfall verdeutlichte die angespannte Stimmung innerhalb des Klubs.

McCrimmon würdigte den scheidenden Coach ausdrücklich und hob dessen Verdienste hervor. „Wir sind dankbar für Torts' Leidenschaft, Aufrichtigkeit und sein Engagement für unsere Organisation und wünschen ihm und seiner Familie alles Gute“, sagte der General Manager. In einer weiteren Stellungnahme erklärte McCrimmon: „Torts' Erfahrung und Führungsqualitäten erwiesen sich als genau der Schub, den wir gesucht hatten, und halfen uns, das Stanley-Cup-Finale zu erreichen.“ Damit fiel der Abschied trotz des verlorenen Finals versöhnlich aus.

McCrimmon würdigt Tortorella

Tortorella wird den Klub damit nicht in die neue NHL-Saison begleiten. Wer auf den 67-Jährigen, der in acht Tagen seinen Geburtstag feiert, folgen wird, ist nicht kommuniziert worden. Die Golden Knights verpassten durch die Finalniederlage ihren zweiten Stanley-Cup-Sieg nach 2023. Die Trennung kam entsprechend rasch nach dem Ende der Finalserie.

Ausblick: Nachfolger offen, Saisonstart in Sicht

Die Kürze der Amtszeit wirft Fragen nach der künftigen Ausrichtung der Franchise auf, die in den vergangenen Jahren sportlich zu den Spitzenklubs der Liga gehört hatte. Mit der Verpflichtung Tortorellas war die Erwartung verbunden, mithilfe seiner Erfahrung den nächsten Titel anzupeilen, nachdem der erste Stanley-Coup drei Jahre zurückliegt. Der kurzfristige Erfolg – Divisionstitel und Final-Einzug – konnte die fehlende Trophäe jedoch nicht kompensieren.

Die Carolina Hurricanes, die das Finale letztlich mit 4:2 in der Serie für sich entschieden, feierten unterdessen ihren ersten Titelgewinn seit fast zwei Jahrzehnten. Für Tortorella und die Golden Knights bleibt die Enttäuschung über die verpasste Chance. Die Mannschaft und ihre Verantwortlichen stehen nun vor der Aufgabe, in den kommenden Wochen eine langfristige Lösung auf der Trainerposition zu finden, um in der nächsten Saison erneut um den Stanley Cup mitzuspielen.