Der somalische Fußball-Schiedsrichter Omar Artan ist am Samstag am Flughafen in Miami von der US-Grenzschutzbehörde CBP abgewiesen worden und anschließend nach Istanbul weitergeflogen.
Hintergrund: Nominierung und Reiseweg
Wie ein Vertreter des somalischen Sportministerio mitteilte, sei Omar Artan am Flughafen in Miami zurückgewiesen worden. Artan gehöre zu den 52 nominierten Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern für die bevorstehende Fußball-Weltmeisterschaft, die am Donnerstag in den USA, Mexiko und Kanada beginnt. Nach der Abweisung sei er nach Istanbul geflogen.
Das somalische Sportministerium betonte, Artan besitze ein gültiges Visum für die USA. Dennoch sei bei der Einreise eine weitergehende Überprüfung für notwendig erachtet worden. Somalia steht auf einer Einreiseverbotsliste der USA, was die Kontrolle zusätzlich erschwert haben dürfte.
Aussagen der US-Grenzschutzbehörde CBP
Die US-Grenzschutzbehörde CBP bestätigte nach Angaben von „The Athletic“ grundsätzlich den Vorgang, nannte Artan aber nicht namentlich: „Nach der Kontrolle wurde einem Reisenden die Einreise in die Vereinigten Staaten gestattet“, hieß es von der CBP. „Der zweite Reisende, ein Fotograf und kein Spieler der Mannschaft, wurde aufgrund von Bedenken im Rahmen der Sicherheitsüberprüfung als nicht Einreise berechtigt eingestuft und ihm wurde die Einreise verweigert.“ Artan ist den Angaben zufolge der einzige WM-Schiedsrichter aus Somalia.
Die Behörde erklärte zugleich, jede Einreiseerlaubnis sei eine Einzelfallentscheidung und Beamte der CBP seien befugt, Reisende zu befragen, zu durchsuchen und Entscheidungen im Einklang mit den Gesetzen der USA zu treffen. Die FIFA äußerte sich bisher nicht zu dem Vorfall und reagierte auf eine dpa-Anfrage zu der Ablehnung zunächst nicht.
Reaktionen und Stimmen
In einem am Montag veröffentlichten Beitrag von Al Jazeera sprach Artan noch über seine Vorfreude auf das Turnier. „Es ist für mich eine große Ehre, als erster Somali dabei sein“, sagte er. „Ich hoffe, ich werde dort fantastisch sein.“ Wenige Tage später wurde ihm die Einreise in das Ausrichterland verweigert.
Einreiseprobleme weiterer WM-Reisender
Zuvor war bereits bekanntgeworden, dass der irakische Stürmer Aymen Hussein mehrere Stunden lang von der Grenzschutzbehörde befragt wurde, als er am Freitag in Chicago in die USA einreisen wollte. Damit ist Artan nicht der einzige WM-Reisende, der an der US-Grenze auf Probleme stieß, auch wenn sein Fall in einer Abweisung endete.
Die WM 2026 ist das erste Großereignis dieser Größenordnung, das in drei nordamerikanischen Ländern gleichzeitig ausgetragen wird. Die Nominierung von 52 Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern aus aller Welt soll die globale Repräsentation sicherstellen – ein Anspruch, der durch den Fall Artan infrage gestellt wird. Sein Ausscheiden wirft die Frage auf, wie FIFA und die Ausrichterländer künftig mit ähnlichen Visaproblemen umgehen wollen.
Der dpa-Newskanal berichtete am 08.06.2026 über den Vorgang, unter anderem im Programm Deutschlandfunk. Weder FIFA noch die zuständigen US-Behörden gaben bislang weitere Erklärungen dazu ab, ob es kurzfristige Lösungen für betroffene Turnierteilnehmer gibt.
