Nati vs. Algerien: WM-Sechzehntelfinal in Vancouver | sportnachrichten
Schweiz trifft im WM-Sechzehntelfinal auf Algerien – Petkovic als gegnerischer Trainer mit besonderer Verbindung zur Nati
Vancouver, 02. Juli 2026
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Kurzfassung
Die Schweizer Nationalmannschaft trifft am Freitag (5:00 Uhr MESZ, ZDF) in Vancouver im WM-Sechzehntelfinal auf Algerien, das von ihrem Vladimir Petkovic betreut wird. Die Schweiz will nach drei Achtelfinal-Ausscheiden in Folge erstmals eine K.o.-Runde überstehen und ihre bisher beste WM-Bilanz toppen.
Die Schweizer Fussballnationalmannschaft bestreitet am Freitag um 5:00 Uhr MESZ (Übertragung ZDF) in Vancouver das WM-Sechzehntelfinal gegen Algerien, das vom früheren Schweizer Nationaltrainer Vladimir Petkovic betreut wird.
Das Duell im WM-Sechzehntelfinal zwischen der Nati und Algerien ist aus Schweizer Sicht mit einer besonderen Konstellation verbunden: Auf der gegnerischen Bank sitzt mit Vladimir Petkovic ein Coach, der die Schweiz zwischen 2014 und 2021 fast sieben Jahre lang trainierte und in dieser Zeit auch bei der EM 2021 Frankreich im Achtelfinal besiegte. Der 62-Jährige besitzt längst die Schweizer Staatsbürgerschaft, seine Familie lebt nach wie vor im Tessin.
An der Medienkonferenz im Bauch des BC Place in Vancouver schränkt Petkovic am Tag vor dem Spiel die Bedeutung dieser persönlichen Note selbst ein. "Klar ist das Spiel für mich speziell. Aber ich bin ganz Profi: Ich bin natürlich immer für das Team, für das ich arbeite. Und für meine Spieler ist es einfach eine normale Partie gegen einen sehr guten Gegner", sagte er. Auch die Auslegung als Trainerduell wies er zurück: "es spielen nicht Petkovic gegen Yakin".
Ein Duell mit Vergangenheit
Murat Yakin, hat in seiner Trainerkarriere bereits fünfmal gegen Petkovic gespielt und ist in diesen Duellen ungeschlagen geblieben. "Im Camp der Schweizer weiss man nach acht Tagen Pause, wo die Stärken und Schwächen des Gegners liegen", erklärte Yakin mit Blick auf die lange Pause zwischen dem letzten Gruppenspiel gegen Kanada und dem Sechzehntelfinal.
Diese Pause ist bemerkenswert: Die Schweiz hatte mehr als acht Tage zwischen dem abschliessenden Gruppenspiel und dem K.o.-Duell – den letzten Vergleich mit einem noch grösseren Abstand zwischen zwei WM-Spielen einer Mannschaft gab es vor 44 Jahren, damals bei Brasilien. "Danach hat es die Schweiz bei einer WM nie weiter als ins Achtelfinale geschafft. Das möchten wir toppen", sagte Yakin und formulierte damit das selbst gesteckte Ziel, erstmals seit der Heim-WM 1954, als die Schweiz den Viertelfinal erreichte, eine K.o.-Runde zu überstehen.
Die Schweizer Gruppenspiele endeten mit einem 1:1 gegen Katar, einem 4:1 gegen Bosnien-Herzegowina und einem 2:1 gegen Kanada. Auffälligster Schweizer Akteur war dabei Johan Manzambi, der in der Gruppenphase drei Tore und eine Vorlage verbuchte und voraussichtlich auch im Sechzehntelfinal in der Startelf steht. Der 20-jährige Mittelfeldspieler steht bei SC Freiburg unter Vertrag.
Schweizer Kader mit Routine und jungen Wilden
Die Schweizer Defensive stellt sich mit Gregor Kobel (28) im Tor sowie den Abwehrspielern Ricardo Rodriguez (33), Nico Elvedi (29) und Luca Jaquez (23, VfB Stuttgart) auf. Im Mittelfeld führt der 33-jährige Captain Granit Xhaka Regie, der vor einem Jahr von Bayer Leverkusen zum Aufsteiger Sunderland in die Premier League wechselte und im Sommer innerhalb der Liga möglicherweise zu Xabi Alonso nach Chelsea wechseln könnte. Xhaka wurde in Basel geboren. Im Angriff zählt Breel Embolo (29) zu den erfahrenen Kräften.
Aus Schweizer Sicht liegt die Stärke Algeriens eher in der Offensive um die Stars Riyad Mahrez und Ibrahim Maza. "Das sind Zocker, jeder kann eine Partie entscheiden. Wir dürfen sie nicht spielen lassen und müssen ihnen die Lust am Fussball nehmen", sagte Embolo, der einige algerische Spieler aus seiner Bundesliga-Zeit persönlich kennt. Auch Yakin warnte: "Sie sind technisch stark und haben eine hohe individuelle Klasse" – und gab das Ziel aus, nicht wie im Startspiel gegen Katar deren Torhüter zum besten Spieler auf dem Platz werden zu lassen.
Algeriens Stärken und Schwächen
Allerdings offenbart die Bilanz Algeriens in der Gruppenphase auch Verwundbarkeiten. Mehr als die sieben Gegentreffer Algeriens kassierte kein Team, das sich für die Sechzehntelfinals qualifizieren konnte. Petkovic ordnete die Ausgangslage nüchtern ein: "Wir haben mit der WM-Qualifikation und dem Weiterkommen schon zwei Ziele erreicht" und "Die Schweiz steht etwas mehr unter Druck, sie haben öffentlich gesagt, dass sie weit kommen wollen".
Zugleich zeigte sich der algerische Coach respektvoll gegenüber seinem Ex-Team: "Die Schweizer haben ein großartiges Team. Sie sind seit 20 Jahren bei jeder WM dabei – und sie haben starke Spieler". Diese Kontinuität auf höchstem Niveau ist bemerkenswert für ein Land mit 9,1 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern, wobei die Schweiz bei diesem Turnier zu den Teams mit dem höchsten Durchschnittsalter zählt.
Viele aktuelle Natispieler debütierten unter Petkovic, was die besondere Verbindung zwischen den beiden Seiten unterstreicht. "Die Welt des Fussballs ist klein, es gibt so oder so keine Geheimnisse mehr. Es ist kein grosser Vorteil, jemanden zu kennen. Ich kenne sie und sie kennen mich", fasste Petkovic die Vertrautheit zusammen. "Ich kenne sie gut", ergänzte er mit Blick auf die Schweizer Seite.
Für die Schweiz geht es am Freitag nicht nur um den Einzug ins Viertelfinale, sondern auch darum, eine seit 1954 währende Durststrecke zu beenden. "Will man nach dreimaligem Ausscheiden im WM-Achtelfinal in Folge erstmals überhaupt eine K.o.-Runde überstehen", ist die Ausgangslage vor dem Duell mit Algerien klar definiert – mit einem gegnerischen Trainer, der die Nati besser kennt als die meisten anderen.
Ausblick auf das Viertelfinal
Rein sportlich gilt die Schweiz trotz der offensiven Klasse Algeriens als Favorit. Die algerische Defensive gilt als anfällig, die Schweiz kann ihre rund achttägige Pause als Vorbereitung nutzen, und im Kader stehen Spieler mit grosser internationaler Erfahrung. Am Freitagmorgen MESZ wird sich zeigen, ob die Nati tatsächlich über das Achtelfinal hinauskommen kann.
Die Ausstrahlung der Partie übernimmt in Deutschland das ZDF. Sollte die Schweiz die Runde überstehen, würde sie im Viertelfinal auf den Sieger des anderen Sechzehntelfinals zwischen England und einem noch zu ermittelnden Gegner treffen.
Fragen & Antworten
Wie sind die Chancen der Schweiz gegen Algerien einzuschätzen?
Die Schweiz geht als Favorit in die Partie, da Algerien in der Gruppenphase mit mehr als sieben Gegentoren die anfälligste Defensive aller Sechzehntelfinal-Teams stellte. Allerdings warnten Murat Yakin und Breel Embolo vor der individuellen Klasse und der offensiven Stärke Algeriens um Riyad Mahrez und Ibrahim Maza.