Der 27-jährige Niederösterreicher Jurij Rodionov ist am Mittwoch im Achtelfinale des ATP-250-Turniers in Kitzbühel gegen den als Nummer vier gesetzten Argentinier Tomas Martin Etcheverry mit 2:6, 6:7(4) ausgeschieden und hat damit den erstmaligen Einzug ins Viertelfinale seines Heimturniers verpasst.

Der Weltranglisten-145. aus Matzen musste gegen den als Nummer vier gesetzten Etcheverry gleich zu Beginn sein Service abgeben und geriet früh in Rückstand. Auf dem Centre-Court durchbrach Etcheverry zum 5:2 ein weiteres Mal Rodionovs Aufschlag und servierte nach 39 Minuten zur Satzführung aus. Der erste Satz ging klar mit 6:2 an den Argentinier, der in der Weltrangliste auf Platz 31 geführt wird.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs kassierte Rodionov Aufschlagverluste zum 0:1 sowie zum 1:4 und lag damit mit 0:1 Sätzen und 1:4 zurück. Der ÖTV-Spieler kämpfte sich jedoch zurück, schaffte zwei Rebreaks und ging bei 5:4 erstmals in der Partie in Führung. Damit hatte Rodionov den Satz zwischenzeitlich ausgeglichen, ehe Etcheverry den Durchgang schließlich ins Tiebreak rettete.

Kampf im zweiten Satz

Im Tiebreak zog Etcheverry zunächst auf 5:2 davon, Rodionov verkürzte zwar noch auf 4:5, am Ende gewann der Argentinier den Tiebreak jedoch mit 7:4. Nach einer Stunde und 1:49 Stunden musste sich Rodionov vom Turnier in Kitzbühel verabschieden. Der Endstand lautete 6:2, 6:7(4) zugunsten des Weltranglisten-31.

Mit dieser Niederlage verpasste Rodionov den erstmaligen Einzug ins Viertelfinale des Heimturniers. Der 27-Jährige hatte zuvor nach einem mühsamen Weg durch die Qualifikation in Runde eins Landsmann Joel Schwärzler bezwungen und sich damit für das Achtelfinale qualifiziert. Es war sein zweites Kitz-Achtelfinale nach 2022.

Stimmen zum Spiel

Turnierdirektor Alex Antonitsch, der als ServusTV-Experte fungierte, kommentierte die Partie im Verlauf mit den Worten: "Jetzt haben wir ein richtiges Tennis-Match." Die Begegnung auf dem Centre-Court hatte um 16:03 Uhr Ortszeit begonnen. Beide Spieler hatten in jedem Satz ihr erstes Aufschlagspiel abgegeben, was den offenen Schlagabtausch begünstigte.

Das Ende der Partie wurde von Pfiffen begleitet, nachdem ein Ball am Netz umstritten war. Rodionov hatte sich nach dem 1:4-Rückstand noch einmal zurückgekämpft und das Spiel zwischenzeitlich offen gestaltet, ehe die Entscheidung im Tiebreak fiel. Der Niederösterreicher ist aktuell Österreichs Nummer zwei im Tennis.

ÖTV-Spieler im Einzel ausgeschieden

Mit Rodionov schied in Kitzbühel der letzte ÖTV-Spieler im Einzel-Bewerb aus. Bereits am Vortag hatten Schwärzler sowie Österreichs Nummer eins Sebastian Ofner und Lukas Neumayer bereits zum Auftakt die Segel streichen müssen. Ofner war am Vortag an Alex Molcan gescheitert.

Das ATP-250-Turnier in Kitzbühel (Österreich, 612.620 Euro, Sand) wird damit ohne österreichische Einzel-Spieler fortgesetzt. Die 82. Auflage der Generali Open kämpft ab Mittwochnachmittag ohne heimische Beteiligung im Einzel weiter. Im Doppel-Bewerb sind allerdings noch ÖTV-Spieler vertreten.

ÖTV im Doppel weiter vertreten

Joel Schwärzler und Lukas Neumayer stehen am Donnerstag im Doppel-Viertelfinale. Außerdem ist Lucas Miedler am Mittwoch im Doppel an der Seite des Australiers Marc Polmans im Einsatz. Miedler und Polmans hatten zuletzt gemeinsam das Turnier in Gstaad gewonnen.

Im Viertelfinale trifft der an Nummer vier gesetzte Etcheverry auf Ignacio Buse aus Peru, der an Nummer fünf gesetzt ist (PER-5). Der Argentinier geht nach seinem Erfolg über Rodionov als Favorit in diese Partie und könnte bei einem weiteren Sieg ins Halbfinale des Sandplatzturniers einziehen.

Ausblick: US-Tour und Davis Cup

Für Rodionov, der dem KURIER-Davis-Cup-Team angehört und dort regelmäßig seine besten Leistungen abruft, geht der Blick bereits nach vorne. Nach einer zweiwöchigen Pause wechselt er auf Hartplatz für eine US-Tour. In der kommenden Woche ist zudem ein Challenger-Turnier in Bonn geplant.

Der Niederösterreicher wird bis zum Davis-Cup am 18. und 19. September in Wien auf Sand bleiben und das Heim-Challenger in Tulln auslassen. Der Davis-Cup wird ebenfalls auf Sand ausgetragen und ist für Rodionov ein zentrales Saisonziel, bei dem er bereits starke Auftritte gezeigt hat.

Einordnung der Niederlage

Die Aufgabe gegen den klar favorisierten Etcheverry war für Rodionov als Weltranglisten-145. gegen den 31. der Welt eine hohe Hürde. Mit dem gewonnenen ersten Satz im Tiebreak bewies der 27-Jährige jedoch, dass er auch gegen Top-30-Spieler mithalten kann. Das Publikum auf dem Centre-Court sah über weite Strecken ein hochklassiges Match auf Sand.

Nach der Niederlage bleibt für Rodionov die Erkenntnis, dass er auf heimischem Sand erneut die Runde der letzten 16 erreicht hat. Sein erster Auftritt im Achtelfinale in Kitzbühel war 2022. Trotz der verpassten Chance auf das Viertelfinale verlief das Heimturnier damit sportlich solide für den ÖTV-Spieler aus Matzen.

Die Pfiffe nach der strittigen Ballsituation am Netz zum Matchende verdeutlichten die Anspannung auf den Rängen. Rodionov hatte sich nach dem deutlichen ersten Satz zurückgekämpft und beim Stand von 5:4 im zweiten Durchgang sogar vorgelegt, ehe Etcheverry das Tiebreak erzwang und dort die besseren Nerven zeigte.