ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick hat sich am Dienstag in Wien mit Verantwortlichen des AC Milan getroffen, wie die italienische Sportzeitung "Gazzetta dello Sport" berichtet.

Die italienische Sportzeitung "Gazzetta dello Sport" meldete am Mittwoch, dass sich Ralf Rangnick mit der Führung des AC Milan getroffen hat. Das Blatt schrieb: "ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick hat sich laut einem Bericht der italienischen Sportzeitung 'Gazzetta dello Sport' am Dienstag in Wien mit Verantwortlichen des AC Milan getroffen." Demnach reisten Klubeigner Gerry Cardinale und Berater Zlatan Ibrahimovic eigens nach Wien.

Rangnick, der seit Mai 2022 den österreichischen Fußball-Nationalverband (ÖFB) betreut, wird dem Vernehmen nach für eine Doppelrolle als Trainer und Manager in Mailand in Betracht gezogen. In dieser Position hätte er auch maßgeblichen Einfluss auf Transferentscheidungen.

Hintergrund: Werben um Rangnick

Allerdings ist Rangnick nicht die einzige Option. Die "Gazzetta" berichtet: "Rangnick gilt laut 'Gazzetta' (Mittwoch-Ausgabe) als Alternative zum bisherigen Bournemouth-Trainer Andoni Iraola aus Spanien, mit dem die Mailänder ebenfalls Kontakt aufgenommen haben sollen."

Es wäre nicht das erste Mal, dass Milan um Rangnick buhlt. Bereits im Jahr 2020 hatten die Italiener versucht, den Deutschen zu verpflichten – damals jedoch ohne Erfolg.

Nun, sechs Jahre später, scheint das Interesse erneuert. Der 67-Jährige hat seinen Vertrag beim ÖFB noch nicht verlängert, obwohl es zuletzt positive Gespräche gegeben haben soll. Sein aktuelles Arbeitspapier läuft nach der Weltmeisterschaft in Nordamerika aus.

Umbruch bei Milan

Der AC Milan steht vor einem radikalen Neuanfang. Erst zu Beginn der Woche entließ der Klub seine gesamte sportliche Führung. Trainer Massimiliano Allegri, Sportdirektor Igli Tare, CEO Giorgio Furlani und Technikdirektor Geoffrey Moncada mussten ihre Posten räumen.

Hintergrund der Entlassungen ist die verpasste Champions-League-Qualifikation. Der stolze Traditionsverein will mit einem neuen starken Mann an der Spitze wieder in die europäische Spitze vorstoßen.

Rangnick selbst hatte unmittelbar vor seinem Engagement beim ÖFB als Berater und Interimstrainer bei Manchester United gearbeitet. Sein Ruf als Taktikfuchs und Talentförderer ist international ungebrochen.

Während Rangnick noch bis zur WM 2026 in Nordamerika an den ÖFB gebunden ist, könnte ein lukratives Angebot aus Mailand den Verband vor eine schwere Entscheidung stellen. Ein persönliches Treffen mit Eigentümer Cardinale dürfte das Interesse zumindest befeuern.

Eine offizielle Bestätigung für die Gespräche gibt es bisher nicht. Der Fokus des Teamchefs liegt derzeit auf den anstehenden Länderspielen mit Österreich.