Potapova ohne Trainer in Wimbledon 2026 – ÖTV-Trio auf | sportnachrichten
Potapova startet ohne Trainer in Wimbledon – ÖTV-Trio eröffnet am Montag auf Court 8
London, 28. Juni 2026
Nuță Lucian from Cluj-Napoca, Romania / Wikimedia Commons / CC BY-SA 2.0
Kurzfassung
Beim Rasen-Grand-Slam in Wimbledon beginnt für Österreich am Montag ein dichtes Programm auf Court 8. Anastasia Potapova tritt ohne feste Trainerin, nur mit Sparringspartner und Physio an. Sebastian Ofner, Lilli Tagger und Potapova eröffnen den österreichischen Reigen.
Anastasia Potapova bestreitet ihre Erstrundenpartie in Wimbledon am Montag ohne feste Trainerin, nur begleitet von Sparringspartner Sebastian Pisano und einem Physiotherapeuten, während das ÖTV-Trio Ofner, Tagger und Potapova auf Court 8 in den Bewerb startet.
Trennung vom Coach und knappe Anreise
Die Vorzeichen für Anastasia Potapova beim Rasen-Grand-Slam in Wimbledon hätten besser sein können. Die 25-jährige Doppelstaatsbürgerin, die seit diesem Jahr für Österreich antritt, reiste ohne ihren Coach nach London. „Ich bin nur mit meinem Sparringpartner Sebastian Pisano hier und einem Physio“, erklärte sie am Sonntag in Wimbledon. Pisano arbeitet auch mit ihrem Freund, dem Niederländer Tallon Griekspoor. Auf die Frage, wer sie in London unterstützt, verriet Potapova, dass sie sich von ihrem Coach getrennt hat, ohne die Gründe dafür zu nennen.
Die Trennung vom Trainer war nicht die einzige Hürde vor dem Turnierstart. Gesundheitlich hatte Potapova zuletzt ebenfalls Probleme, musste sowohl in 's-Hertogenbosch als auch in Berlin aufgeben. „Ich dachte, das Virus geht weg und habe weitergespielt, das war ein großer Fehler“, räumte sie ein. In Deutschland sei es ihr noch schlechter gegangen: „In Deutschland ist es mir schlechter gegangen, da hat mein Körper aufgegeben.“ Die Umstellung auf den Rasen fiel zusätzlich schwer. „Es war wirklich schwer, mich an die Bedingungen zu gewöhnen“, sagte Potapova. „Hier ist jeder Trainingscourt auch anders und wir können in einer Woche nur zwei Stunden auf den Matchcourts kriegen.“
Gesundheitliche Rückschläge und Gras-Adaption
Umso bewusster fiel die Entscheidung aus, früher nach London zu reisen. „Darum hab ich auch beschlossen, eine Woche früher herzukommen“, sagte Potapova. Damit wollte sie sich so gut wie möglich an die Gegebenheiten anpassen. Die fehlende Matchpraxis auf Rasen sieht sie als Nachteil, blickt aber dennoch zuversichtlich nach vorn: „Ich freu mich immer, wenn ich in Wimbledon sein kann, vor allem im Hauptbewerb.“ Im Doppel wird sie in London wieder mit Lilli Tagger antreten, mit der sie bereits gute Erfahrungen gemacht hat: „Wir hatten in Linz eine gute Atmosphäre und werden es auch bei den US Open versuchen.“
In Wimbledon trifft Potapova zum Auftakt auf die Spanierin Jessica Bouzas Maneiro. „Die ersten Wochen auf Gras waren nicht ideal, auch nicht vom Gefühl her“, fasste Potapova die Vorbereitung zusammen. Angesichts der Auslosung gibt sie sich kämpferisch: „Ich werde versuchen mein Ding zu machen“, sagte die 25-Jährige. Die Spanierin ist ihr nicht unbekannt, Potapova schätzt sie als sportliche Herausforderung ein. In Indian Wells habe sie ihr Matchbälle abgewehrt. Bouzas Maneiro sei als erste Hürde „schwierig“, dennoch will sie die Begegnung nicht herschenken.
Bouzas Maneiro als schwierige erste Hürde
Sebastian Ofner bestreitet am Montag das erste Match der Österreicher auf Court 8. Der mittlerweile 30-jährige Steirer hatte schon zuvor angekündigt, die Rasensaison sehr kurz zu halten, hatte er doch im Vorjahr wegen des ungewohnten Untergrunds mit seinen angeschlagenen Fersen große Probleme auf Rasen gehabt. Sein erster Gegner ist der Serbe Hamad Medjedovic, der nach Ofners Einschätzung „ein echt gutes Jahr“ hatte und „richtig gut gespielt“ hat. Ofner gibt sich dennoch optimistisch: „Es ist sich zum Glück noch ausgegangen“, erklärte er. Nach Paris habe er bemerkt, dass vom körperlichen Level „noch ein bisserl mehr drinnen“ sei.
Unmittelbar nach Ofners Partie ist Lilli Tagger an der Reihe. Die Österreicherin bekommt es mit der Thailänderin Lanlana Tararudee zu tun. Im Anschluss folgt dann Potapovas Erstrundenmatch gegen Bouzas Maneiro, das die dritte Begegnung der ÖTV-Delegation am Montag auf Court 8 ist. Drei Österreicher spielen am Montag auf Court 8: Nach einem Männer-Match (13.00 Uhr MESZ) ist zunächst Ofner dran, unmittelbar danach Tagger gegen die Thailänderin Lanlana Tararudee, gefolgt von Potapova. Damit ist der Court 8 der österreichische Schauplatz des ersten Turniertags.
Ofner eröffnet auf Court 8
Das Trio aus dem ÖTV geht mit gemischten Vorzeichen in den Rasen-Grand-Slam. Ofner bringt Grand-Slam-Routine mit, Potapova hadert mit Form und Umstellung auf Gras, Tagger sammelt internationale Erfahrung. Die Doppelkonstellation Potapova/Tagger gilt als eingespielt, das ÖTV-Team setzt in Wimbledon zudem auf die bewährte Aufteilung von Einzel- und Doppel-Einsätzen. Mit Pisano als Reisepartner und einem Physiotherapeuten an ihrer Seite will Potapova die Widrigkeiten der Vorbereitung vergessen machen.
Für Potapova ist die kommende Aufgabe gegen Bouzas Maneiro auch eine Bewährungsprobe für die künftige Zusammenarbeit mit einem neuen Trainer-Setup. Sie sprach offen über die Trennung und betonte, dass die Verantwortung nun bei ihr selbst liege. „Ich werde versuchen mein Ding zu machen“, wiederholte sie. In Linz habe sie mit Tagger „eine gute Atmosphäre“ gehabt, was Hoffnung auf weitere gemeinsame Auftritte mache.
Trio aus dem ÖTV mit gemischten Vorzeichen
Auch personell ist das ÖTV-Aufgebot breit aufgestellt. Mit Ofner, Tagger und Potapova sind drei Einzelspielerinnen und -spieler im Hauptbewerb vertreten, dazu kommen Doppelpaarungen. Der heimische Tennis-Verband sieht in Wimbledon eine Standortbestimmung vor dem Höhepunkt der Hartplatz-Saison in Nordamerika. „Wir hatten in Linz eine gute Atmosphäre und werden es auch bei den US Open versuchen“, sagte Potapova mit Blick auf die weitere Saisonplanung.
Dass Bouzas Maneiro keine leichte Gegnerin ist, weiß Potapova aus eigener Erfahrung. „In Indian Wells bin ich ihr entkommen, sie hatte Matchbälle“, erinnerte sie sich. Nun gelte es, gegen die Spanierin in Wimbledon zu bestehen. „Das wird ein toughes Match“, gab sie sich kämpferisch. Ihre Herangehensweise sei klar: eigene Stärken ausspielen, Geduld auf Rasen, körperlich stabil bleiben.
Für die österreichische Tennis-Fangemeinde beginnt Wimbledon 2026 damit mit einem Tag voller ÖTV-Präsenz. Court 8 ist ab 13.00 Uhr MESZ der Treffpunkt der heimischen Anhänger, wenn Ofner den Reigen eröffnet, Tagger nachzieht und Potapova den Tag abschließt. Sollte Potapova die erste Runde überstehen, winkt im weiteren Turnierverlauf eine potenzielle Begegnung mit höher gesetzten Spielerinnen.
Ausblick auf die weitere Saison
Mit dem Fehlen der Trainerin und der gesundheitlichen Vorgeschichte steht Potapova vor einer ungewöhnlichen Ausgangslage. „Ich mag sie als Mensch und ihr Team“, hatte sie zuvor über ihre frühere Trainerin gesagt, ohne den Namen zu nennen. Nun gelte es, die kommenden Aufgaben eigenverantwortlich zu lösen – mit Pisano als Sparringspartner und einem Physio im Hintergrund.
Fragen & Antworten
Warum tritt Anastasia Potapova in Wimbledon ohne Trainerin an?
Potapova hat sich laut eigener Aussage von ihrem Coach getrennt, ohne Gründe zu nennen. In London wird sie nur von Sparringspartner Sebastian Pisano und einem Physiotherapeuten begleitet.
Gegen wen spielt Potapova in der ersten Runde?
Potapova trifft zum Auftakt auf die Spanierin Jessica Bouzas Maneiro, die sie selbst als schwierige erste Hürde bezeichnet. In Indian Wells hatte Bouzas Maneiro bereits Matchbälle gegen sie.
Welche Österreicher spielen am Montag in Wimbledon?
Sebastian Ofner eröffnet am Montag ab 13.00 Uhr MESZ auf Court 8 gegen den Serben Hamad Medjedovic, danach folgen Lilli Tagger gegen Lanlana Tararudee und schließlich Potapova.