ÖFB-Cup Runde 1: Ried, WAC, WSG Tirol, Altach weiter
Wien, 24. Juli 2026
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Kurzfassung
In der ersten Runde des ÖFB-Cups haben sich am Freitag die Bundesligisten SV Ried, WAC, WSG Tirol und SCR Altach durchgesetzt. Vier von fünf Zweitligisten benötigten die Verlängerung, Sturm Graz siegte 3:0 in Seekirchen.
Die Bundesligisten SV Ried, WAC, WSG Tirol und SCR Altach haben am Freitag die erste Runde des ÖFB-Cups überstanden und sind in die zweite Runde eingezogen, während vier von fünf Zweitligisten erst in der Verlängerung weiterkamen.
Die Samstagabend-Ergebnisse der Bundesligisten
Im Mittelpunkt des Abends standen unter anderem die Auftritte der vier Bundesligisten, die allesamt ihrer Favoritenrolle gerecht wurden. Während WSG Tirol beim niederösterreichischen Landesligisten SC Wieselburg zu einem deutlichen Auswärtssieg kam, taten sich WAC und SV Ried vorübergehend schwerer, behielten am Ende aber klar die Oberhand. SCR Altach, der Finalist der Vorsaison, löste seine Auswärtsaufgabe beim Regionalligisten SV Leobendorf mit einem knappen 1:0.
Den höchsten Sieg unter den Favoriten fuhr WSG Tirol ein. Beim SC Wieselburg, einem niederösterreichischen Landesligisten, sorgte Nikolai Baden Frederiksen mit drei Treffern in der 44., 52. und 71. Minute für klare Verhältnisse. Der Däne avancierte damit zum Matchwinner. Bereits zuvor hatte Ademola Ola-Adebomi in der 23. Minute das erste Tor des Abends erzielt; Jaden Mazou Bambara (61.) und Lukas Hinterseer (78.) rundeten den Erfolg ab. Ein weiterer Treffer von Ola-Adebomi wird in der 22. Minute verzeichnet.
WAC-Knipser Vrioni drückt dem Spiel seinen Stempel auf
WAC zeigte in Vorarlberg beim FC Lauterach lange Zeit Autorität. Giacomo Vrioni eröffnete in der 27. Minute den Torreigen, Marco Schabauer legte noch vor der Pause mit einem Doppelpack in der 31. und 38. Minute nach. Zur Halbzeit führten die Kärntner 3:0. Nach dem Seitenwechsel verkürzte Nico Grabic (55.) für Lauterach, doch der zurückgekehrte Sankara Karamoko stellte in der 75. Minute den alten Abstand wieder her.
Trainer Thomas Silberberger betreute damit sowohl als amtierender WAC-Coach als auch auf der Gegenseite sein Ex-Team – die WSG Tirol, die ihn ebenfalls zu ihren früheren Stationen zählt. Die Kärntner spielten ihren Stamm auf und konnten sich am Ende deutlich gegen den Drittligisten durchsetzen.
SV Ried erlebte gegen den FC Dornbirn einen holprigen Start, nutzte den Abend aber dennoch für einen erfolgreichen Einstand des neuen Cheftrainers Mario Despotovic. Evan Eghosa Aisowieren brachte die Innviertler mit einem Doppelpack in der 31. und 45. Minute früh in Front. Nach dem Seitenwechsel glich Tamas Herbaly (55.) für Dornbirn aus, ehe die Rieder Neuzugänge das Spiel entschieden: Samuel Chukwudi (58.), Lukas Malicsek (72.) und Tobias Lund Jensen (93.) trafen und sorgten für den letztlich klaren Auswärtssieg.
SV Ried: Despotovic gibt ein gelungenes Pflichtspiel-Debüt
Der Erfolg gegen Dornbirn markierte für Mario Despotovic das erste Pflichtspiel auf der Trainerbank der Rieder. Die Mannschaft, die im Frühjahr im ÖFB-Cup-Halbfinale am späteren Double-Sieger LASK gescheitert war, knüpfte damit an ihre Ambitionen auf einen neuerlichen Cup-Lauf an.
SCR Altach, im Vorjahr noch im ÖFB-Cup-Endspiel, tat sich beim Regionalligisten SV Leobendorf am schwersten. Das Tor des Abends erzielte Yann Massombo in der 67. Minute. Die Vorarbeit kam von Neuzugang Niklas Niehoff, nachdem Patrick Greil den Ball in der gefährlichen Zone erobert hatte. Altach brachte den knappen Vorsprung über die Zeit.
Altach zittert sich in Leobendorf weiter
Auch abseits der vier genannten Bundesligisten qualifizierten sich eine Reihe von Zweitligisten für die zweite Runde. Blau-Weiß Linz setzte sich bei Union Gurten 3:1 nach Verlängerung durch, SKN St. Pölten gewann 2:1 nach Verlängerung beim SV Tillmitsch, FAC siegte beim SV Horn im Elfmeterschießen, und ASK Voitsberg, ein Zweitliga-Aufsteiger, fegte den DSV Leoben mit 6:0 vom Platz. Denkbar knapp scheiterte hingegen SKU Amstetten, das sich Deutschlandsberger SC im Elfmeterschießen mit 2:4 geschlagen geben musste.
Sturm Graz, siebenfacher Cup-Sieger, löste seine Auswärtsaufgabe beim Drittligisten SV Seekirchen mit 3:0. Cheftrainer Fabio Ingolitsch rotierte nach dem 4:0-Erfolg in der Champions-League-Qualifikation gegen Heart of Midlothian stark und nahm neun Wechsel in der Anfangsformation vor. Neben Torhüter Daniil Chudjakow und Neuzugang Simon Seidl standen nur die beiden Genannten aus der Vorwoche in der Startelf. Ryan Fosso trug die Kapitänsschleife.
Seidl eröffnete den Torreigen in der 39. Minute, Fosso erhöhte in der 49. Minute nach Flanke von Belmin Beganovic. Den Schlusspunkt setzte der eingewechselte Szymon Wlodarczyk in der 85. Minute, nachdem ein Fehlpass der Seekirchner im Aufbau und die Vorarbeit von Arjan Malic den Weg freigemacht hatten. Ingolitsch zeigte sich mit dem Start zufrieden.
Zweitligisten brauchen häufig die Verlängerung
„Wir sind sehr, sehr positiv, die ersten zwei Auftaktspiele gewonnen zu haben. Jetzt wollen wir unsere nächste Aufgabe am Dienstag in den Fokus stellen“, sagte Sturm-Coach Fabio Ingolitsch zur gelungenen Generalprobe. Mit Blick auf das Spiel fügte er hinzu: „Wir waren dann auch nicht so sauber in Ballbesitz, aber am Ende des Tages haben wir unsere Pflicht erfüllt, deswegen fahren wir auch zufrieden nach Hause.“
Der Torreigen in Seekirchen wurde zudem von Gizo Mamageishvili eingeleitet, der mit einem Steilpass die Abwehr aushebelte. Nächste Aufgabe für die Grazer ist das Auswärts-Hinspiel bei Heart of Midlothian in Schottland am Dienstag – drei Tage nach dem Pflichtsieg im Cup.
Sturm Graz mit großer Rotation zum Pflichtsieg
Insgesamt verdeutlichte der erste Cup-Abend den Qualitätsunterschied zwischen den oberen Ligen und den unteren Klassen, aber auch, dass die Außenseiter den Favoriten Paroli bieten konnten. Vier von fünf Zweitligisten, die am Freitag im Einsatz waren, brauchten die Verlängerung, um ihre Runde zu überstehen. Das unterstreicht die Ausgeglichenheit der zweiten Liga, in der Neuzugänge wie Samuel Chukwudi, Lukas Malicsek und Tobias Lund Jensen bei Ried zunehmend Wirkung zeigen.
Die Auslosung der zweiten Runde sowie die Auslosung der Lose für die Bundesligavereine, die erst später in den Wettbewerb einsteigen, stehen noch aus. Klar ist aber bereits jetzt, dass Sturm Graz, WAC, WSG Tirol, SV Ried und SCR Altach in der nächsten Runde erneut gefordert sein werden.
Der Abend zeigte zudem, dass Traditionsvereine wie Sturm Graz trotz Europapokal-Belastung und Rotation den Pflichtaufgaben im nationalen Pokalwettbewerb gerecht werden. Der Vorteil der Breite im Kader von Teams wie Sturm – die zwischen Pflichtspielen in der Meisterschaft, dem Europapokal und dem Cup navigieren – wird in den kommenden Wochen eine zentrale Rolle spielen.
Insgesamt bot der erste Cup-Abend torreiche Begegnungen, einzelne Überraschungsmomente und einen Vorgeschmack auf den weiteren Verlauf des Wettbewerbs. Die zweite Runde verspricht erneut spannende Duelle zwischen den etablierten Klubs und den Außenseitern, die sich in der ersten Runde teuer verkauft haben.
Fragen & Antworten
Warum musste so spät Szymon Wlodarczyk bei Sturm Graz eingewechselt werden?
Trainer Fabio Ingolitsch hatte die Anfangsformation nach dem Champions-League-Qualifikationsspiel gegen Heart of Midlothian stark durchgemischt; Wlodarczyk kam erst im Laufe der zweiten Hälfte als Joker ins Spiel und traf in der 85. Minute zum 3:0-Endstand.