Oberösterreichischer Skisprung-Pionier Richard Dieß im Alter von 93 Jahren gestorben
Innviertel, 18. Juni 2026
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Kurzfassung
Der oberösterreichische Skisprung-Pionier Richard Dieß ist im Alter von 93 Jahren gestorben. Er entdeckte und förderte unter anderem Andreas Goldberger und prägte den Skisprung im Innviertel über Jahrzehnte.
Der oberösterreichische Skisprung-Trainer und -Pionier Richard Dieß ist Anfang dieser Woche im Alter von 93 Jahren gestorben.
Ein Leben für den Skisprung im Innviertel
Richard Dieß, eine der prägendsten Persönlichkeiten des österreichischen Skisprungs, ist Anfang dieser Woche im Alter von 93 Jahren verstorben. Das bestätigten Wegbegleiter und Vertreter des Skisports in Oberösterreich. Dieß galt über Jahrzehnte hinweg als wichtiger Trainer und Förderer im Hintergrund, der zahlreiche Top-Athleten der Region aufbaute und begleitete.
Dieß stammte aus dem Innviertel und war dort als Skisprung-Pionier über viele Jahrzehnte aktiv. Mehr als 35 Jahre lang engagierte er sich ehrenamtlich im Skisprung, zunächst als aktiver Athlet und später vor allem als Landestrainer der oberösterreichischen Springer. Für seine Verdienste wurde ihm die Ehrenbürgerschaft der Marktgemeinde Aurolzmünster verliehen.
Seinen letzten Sprung absolvierte er mit 80 Jahren. Richard Dieß selbst wagte sich auch noch im hohen Alter über die Sprungschanze und startete in der Masters-Klasse. Auch nach dem Ende seiner Trainerkarriere blieb er dem Skisprung als aktiver Masters-Springer verbunden.
Entdecker von Andreas Goldberger und weiteren Spitzenspringern
Ohne ihn hätte es oberösterreichische Skispringer wie Franz Neuländtner … Werner Rathmayr … oder eben den legendären Andreas Goldberger nicht gegeben. So formulierte es ein Wegbegleiter im Rückblick auf Dieß' Wirken. Dieß entdeckte und förderte zahlreiche Athleten, die später internationale Erfolge feiern konnten. Zu seinen bekanntesten Schützlingen gehörten Bernhard Zauner, Werner Rathmayr, Franz Neuländtner und nicht zuletzt Andreas Goldberger, der zur Legende des internationalen Skisprungs aufstieg.
Franz Neuländtner, einer der von Dieß betreuten Athleten, verfügte über eine bemerkenswerte Karriere: Franz Neuländtner (2 Weltcupsiege, 2 WM-Medaillen) gehörten zu den Aushängeschildern des oberösterreichischen Skisprungs. Auch Bernhard Zauner und Werner Rathmayr profitierten nachweislich von der Arbeit des Trainers.
Dieß selbst war als Aktiver eher ein Spätberufener: Erst mit 20 Jahren begann er selbst mit dem Skispringen. Daraus entwickelte sich jedoch eine außergewöhnliche Karriere als Trainer und Funktionär. Über seine Trainingsphilosophie sagte er einmal: "Außerdem muss man als Trainer das richtige Gefühl für die Springer haben und mit gutem Beispiel vorangehen. Das habe ich immer versucht." Mit dieser Haltung prägte er ganze Generationen von Springern.
Trainerphilosophie: Gefühl und Vorbildwirkung
In einem OÖN-Interview, das einige Jahre vor seinem Tod geführt wurde, brachte Dieß auch sein persönliches Motto zum Ausdruck: "Ich springe frei und voll Vertrauen, und gebe und erreiche mein Bestes." Dieser Satz, der sowohl für seine eigene Einstellung als auch für seine Trainingsarbeit stehen kann, wurde in der regionalen Sportszene oft zitiert.
Auch über das Verhältnis zwischen Springen und Trainieren äußerte sich Dieß selbstironisch: "Ich war auf jeden Fall ein besserer Trainer als Springer. Von Baldur Preiml habe ich alles gelernt, was ich wissen musste." Dieß verwies damit auf den einflussreichen österreichischen Skisprungtrainer Baldur Preiml, der selbst über Jahrzehnte die Geschicke des Sports mitbestimmte.
Als langjähriger Landestrainer und Förderer zahlreicher heimischer Top-Athleten Oberösterreichs zählte Dieß zu den wichtigen Stützen des heimischen Skisprungs. In seiner Rolle als Trainer galt er als exzellenter Trainer, der im Hintergrund als Wegbereiter und Wegbegleiter fungierte. Seine größten Erfolge feierte er nicht im Rampenlicht, sondern durch die Leistungen seiner Athleten.
Abschied von einem Wegbereiter im Hintergrund
Sein Tod markiert das Ende einer Ära für den Skisprung im Innviertel. Die oberösterreichische Skisprungfamilie trauert um einen Mann, der wie kaum ein anderer für die Nachwuchsarbeit in der Region stand. Ohne sein langjähriges Engagement wäre der Skisprung in Oberösterreich nicht auf das internationale Niveau gelangt, das er in den 1990er- und 2000er-Jahren erreichte.
Die Trauerfeierlichkeiten werden im Kreis der Familie und der Skisprungfamilie stattfinden. Die Marktgemeinde Aurolzmünster, die Dieß die Ehrenbürgerschaft verliehen hatte, gedachte des Verstorbenen mit einer offiziellen Würdigung. Auch der Landesskiverband Oberösterreich kündigte an, das Andenken an Dieß in Ehren zu halten.
Drei Jahre vor seinem Tod, zu seinem 90. Geburtstag, hatten Weggefährten und Vertreter des Skisports mit ihm gefeiert. Bei dieser Gelegenheit warfen Weggefährten einen Blick auf sein Lebenswerk im Skisprung. Dieß selbst zeigte sich damals dankbar und betonte, wie wichtig ihm der Skisprung und die Gemeinschaft geblieben seien.
Sein Lebenswerk lässt sich an einer eindrucksvollen Liste von Athleten ablesen. Bernhard Zauner, Werner Rathmayr, Franz Neuländtner und Andreas Goldberger tragen alle seine Handschrift. "Ohne ihn hätte es oberösterreichische Skispringer wie Franz Neuländtner … Werner Rathmayr … oder eben den legendären Andreas Goldberger nicht gegeben", fasste es ein Weggefährte zusammen.
Vermächtnis für kommende Generationen
Die Trauer um Richard Dieß verbindet mehrere Generationen von Skisprung-Fans. Wer in den 1990er-Jahren die Sprünge von Andreas Goldberger verfolgte, sah am Ende einer langen Kette stets auch den Namen Richard Dieß. Für viele war er der Mann im Hintergrund, ohne den der österreichische Skisprung nicht das gewesen wäre, was er heute ist.
Sein Vermächtnis wird in der oberösterreichischen Skisprungszene weiterleben. Nachwuchstrainerinnen und -trainer berufen sich auf seine Philosophie, das richtige Gefühl für die Athleten zu entwickeln und mit gutem Beispiel voranzugehen. So bleibt sein Motto auch über den Tod hinaus Leitlinie für die Arbeit mit jungen Springerinnen und Springern.
Die Nachricht vom Tod des "Skisprung-Pioniers aus dem Innviertel" machte am Montag rasch die Runde in der heimischen Sportwelt. Vertreterinnen und Vertreter des Skisprungs äußerten ihre Bestürzung und würdigten Dieß als eine der großen Gestalten des österreichischen Skisprungs. Er hinterlässt eine Lücke, die nicht so schnell zu schließen sein wird.
Fragen & Antworten
Wer war Richard Dieß und warum war er für den österreichischen Skisprung wichtig?
Richard Dieß war ein Skisprung-Pionier und langjähriger Landestrainer aus dem Innviertel in Oberösterreich, der den Skisprung in der Region über mehr als 35 Jahre ehrenamtlich prägte und als Ehrenbürger der Marktgemeinde Aurolzmünster geehrt wurde.
Welche bekannten Skispringer hat Richard Dieß trainiert?
Richard Dieß trainierte unter anderem Bernhard Zauner, Werner Rathmayr, Franz Neuländtner und Andreas Goldberger, der durch Dieß entdeckt und gefördert wurde.
Wie alt wurde Richard Dieß und wann verstarb er?
Richard Dieß verstarb am 16. Juni 2026 im Alter von 93 Jahren, sein Tod wurde Anfang der darauffolgenden Woche in der oberösterreichischen Sportöffentlichkeit bekannt.
Richard Dieß tot: Skisprung-Pionier aus dem Innviertel mit | sportnachrichten