Nagelsmann bestätigt Neuer-Comeback gegen Curaçao | sportnachrichten
Nagelsmann bestätigt Neuer-Comeback: 40-Jähriger kehrt gegen Curaçao ins DFB-Tor zurück
●Aktualisiert · 67 neue Entwicklungen seit 14.06.2026
Houston, 14. Juni 2026
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Kurzfassung
Bundestrainer Julian Nagelsmann hat 17 Stunden vor dem WM-Auftakt das Torwart-Comeback von Manuel Neuer gegen Curaçao bestätigt. Der 40-Jährige steht zwei Jahre nach seinem DFB-Rücktritt im ersten Gruppenspiel in Houston zwischen den Pfosten.
Bundestrainer Julian Nagelsmann hat 17 Stunden vor dem Anpfiff das Länderspiel-Comeback von Deutschlands Rekordtorhüter Manuel Neuer im ersten WM-Spiel der deutschen Mannschaft gegen Curaçao am Sonntagabend (19.00 Uhr/ARD und MagentaTV) in Houston bestätigt.
Update vom 14. Juni 2026: Bundestrainer Julian Nagelsmann hat bei einer Pressekonferenz am Samstagabend Ortszeit in Houston das Torwart-Comeback von Manuel Neuer offiziell bestätigt. Alle 26 Kader-Akteure seien gesund und einsatzfähig – "und Manu wird beginnen", sagte Nagelsmann.
Was ist neu seit dem 14. Juni
Nagelsmann verriet zudem, dass der Frankfurter Turnierneuling Nathaniel Brown zwei Tage vor seinem 23. Geburtstag als linker Außenverteidiger in der Startelf stehen werde: "Er wird spielen und in dem schönen Stadion beginnen."
Bei der Pressekonferenz äußerte sich der Bundestrainer auch zu mehreren Personalien. Mit Blick auf Offensiv-Ass Musiala stimmte Nagelsmann Rekordnationalspieler Lothar Matthäus zu, der gesagt habe, "wir brauchen Jamal, um eine richtig gute WM zu spielen". Zugleich warnte der 38-Jährige: "Das ist eine DFB-Pokal-Situation. Das macht einen Gegner immer gefährlich."
Der 40 Jahre alte Neuer hat seine Wadenbeschwerden überwunden und wird damit zwei Jahre nach seinem Rücktritt aus der Nationalmannschaft im 125. Länderspiel zwischen den Pfosten stehen. "Wir vertrauen ihm total", sagte der Bundestrainer.
Nagelsmanns erklärtes Ziel in seinem ersten WM-Spiel als Trainer sind "die ersten drei Punkte". DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig ergänzte: "Wir wollen einfach erfolgreich ins Turnier starten und nicht über ein 5:0 schwadronieren." Auch Stürmer Deniz Undav gab sich zurückhaltend: "Wenn ich sagen würde, ich will ins Achtelfinale kommen, dann wäre ich falsch hier."
Personalien: Brown und Musiala
Das gilt auch für Jamal Musiala, obwohl der Bayern-Star nach seiner schweren Beinverletzung nach Ansicht von Nagelsmann "noch ein paar Schritte zu gehen habe" bis zu seiner besten Verfassung. "Aber die kann er nur gehen, wenn wir ihn spielen lassen."
Die Partie am heutigen Abend (19.00 Uhr/ARD und MagentaTV) in Houston gegen die erstmals für eine WM-Endrunde qualifizierten Fußballer aus der Karibik verglich der Bundestrainer sportlich mit "einem DFB-Pokalspiel" und der Situation "David gegen Goliath".
Am Dienstag beginnt die Vorbereitung auf das zweite Gruppenspiel am 20. Juni. In der Gruppe D schlug Australien im kanadischen Vancouver die Türkei mit 2:0. In der Gruppe E hatten zuvor Brasilien und Marokko 1:1 und Haiti gegen Schottland 0:1 gespielt.
Gegner Curaçao: Kleinster WM-Teilnehmer aller Zeiten
Der deutsche Kader bringt es laut Transfermarkt auf einen Gesamtmarktwert von 947 Millionen Euro und ist 37-mal wertvoller als der erste Gegner. Wertvollster Profi im Kader Curaçaos ist Armando Obispo von der PSV Eindhoven mit 4 Millionen Euro, danach folgen Tahith Chong (Sheffield United) und Sontje Hansen mit je 3,5 Millionen Euro.
Curaçao ist ein eigenständiges Land innerhalb des Königsreichs der Niederlande und mit 160.000 Einwohnern der kleinste WM-Teilnehmer jemals. "Hier leben weniger Leute als in Heidelberg", sagt Reinhard Schlieker, ehemaliger ZDF-Journalist, der seit fast sieben Jahren auf Curaçao lebt.
"Allein die Qualifikation war für die Insel ein kaum fassbares Ereignis", sagte Schlieker im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Bernhard Seiler. "Hier gilt: Dabei sein ist alles". Schlieker drückt der "Blue Wave", also der Nationalmannschaft aus Curaçao, die Daumen: "Deutschland braucht meine Daumen nicht."
Blick eines Inselsbewohners
Die Nationalmannschaft Curaçaos besteht laut Schlieker seit knapp zehn Jahren. "Der Zusammenhalt sei dementsprechend besonders", beschreibt er die Stimmung auf der Karibikinsel. Für die erste Teilnahme bei einer Fußball-Weltmeisterschaft habe das Land alles auf eine Karte gesetzt.
Auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind ungleich: Der DFB-Kader wird mit rund 947 Millionen Euro taxiert, die Auswahl Curaçaos bringt es nur auf einen Bruchteil davon. "Ohne die Aufstockung und mit Kanada, Mexiko und den USA schon qualifiziert, wären sie wohl kaum bei diesem Turnier", sagte Manuel Veth, Area Manager US & Nordamerika bei Transfermarkt.
Veth glaubt nicht ans Weiterkommen der Karibikinsel: "Sie sind der absolute Underdog bei diesem Turnier und das kleinste Land, das sich jemals für eine WM qualifiziert hat. Ich glaube, dass die Gruppe mit Deutschland, Ecuador und Elfenbeinküste wohl zu stark für dieses Team ist." Auch gegen die Elfenbeinküste (522 Millionen Euro Kaderwert) und Ecuador (369 Millionen) werden dem Inselstaat kaum Chancen zugerechnet.
Experteneinschätzung: Außenseiter mit Defensive
Curaçao hatte sich im November mit einem 0:0 gegen Jamaika für die Endrunde qualifiziert. In den Testspielen gegen die WM-Teilnehmer Schottland (1:4) und Australien (1:5) setzte es in diesem Jahr allerdings deutliche Niederlagen. Im letzten Test vor der WM gab es ein 4:0 gegen Aruba, das Platz 189 in der Weltrangliste belegt.
"Im letzten Spiel gegen Aruba haben sie teilweise eine Fünferkette gespielt", beschreibt Veth die Stärken Curaçaos. "Insgesamt ist Curaçao eine sehr erfahrene Mannschaft, die sich sehr auf ihre Verteidigung verlässt." Ein Spieler, auf den man achten sollte, ist Jürgen Locadia, der einst in der Bundesliga für den VfL Bochum spielte.
Trainer Dick Advocaat, der Curaçao zur Endrunde führte, aus privaten Gründen zurücktrat und die Mannschaft nach der Entlassung von Fred Rutten erneut übernahm, sieht sein Team als Außenseiter: "Die Schwächen sind ziemlich klar. Die gute Stimmung und der Teamspirit sind unsere Stärken."
Der 78-Jährige, für den es nach 1994 mit den Niederlanden und 2006 mit Südkorea die dritte WM als Trainer ist, meint: "Wir wollen es jedem Gegner so schwer wie möglich machen. Und eine Überraschung kann schon reichen, um weiterzukommen." Das Duell zwischen Advocaat und dem 38-jährigen Julian Nagelsmann ist das Aufeinandertreffen des ältesten und jüngsten Trainers des Turniers.
Trainer-Duell: Advocaat gegen Nagelsmann
Advocaat musste anfangs Überzeugungsarbeit leisten: "Als ich angefangen habe, wollte die Hälfte der Mannschaft gar nicht spielen. Da dachten viele noch, dass sie in die niederländische Nationalmannschaft kommen würden." Profis wie Tahith Chong (26) oder Sontje Hansen (24), die einen maßgeblichen Beitrag zur WM-Qualifikation hatten, konnte der Coach aber für Curaçao gewinnen. Chong werde "auch gegen Deutschland seine Momente haben", so Veth.
Nagelsmann betonte vor dem Spiel, dass die Mannschaft den karibischen Außenseiter nicht unterschätzen dürfe. Das Spiel beginnt um 19 Uhr deutscher Zeit. Diese Nachricht wurde am 14.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
Fragen & Antworten
Wer ist Nathaniel Brown und welche Rolle spielt er gegen Curaçao?
Nathaniel Brown ist laut Julian Nagelsmann ein Frankfurter Turnierneuling, der zwei Tage vor seinem 23. Geburtstag als linker Außenverteidiger in der Startelf stehen wird. Der Bundestrainer kündigte an: "Er wird spielen und in dem schönen Stadion beginnen."
Warum vergleicht Nagelsmann die Partie mit einem DFB-Pokalspiel?
Der Bundestrainer sieht in der Begegnung gegen den WM-Neuling eine Konstellation, in der ein klarer Favorit auf einen Außenseiter trifft – eine Situation, "die einen Gegner immer gefährlich" mache. Ziel seien daher zunächst "die ersten drei Punkte" ohne große Ergebnisdiskussionen.
Was macht Curaçao als WM-Teilnehmer besonders?
Curaçao ist mit rund 160.000 Einwohnern das kleinste Land, das sich jemals für eine Fußball-Weltmeisterschaft qualifiziert hat. Die Nationalmannschaft besteht laut dem früheren ZDF-Journalisten Reinhard Schlieker erst seit knapp zehn Jahren; die Qualifikation sei für die Insel "ein kaum fassbares Ereignis" gewesen.