Mexiko gegen Südkorea in Guadalajara: Beide Teams können mit einem Sieg vorzeitig das Achtelfinale buchen
Guadalajara, 18 Juni 2026
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Kurzfassung
Mexiko und Südkorea treffen in der Nacht von Donnerstag auf Freitag in Guadalajara aufeinander und können mit einem Sieg den vorzeitigen Einzug ins Achtelfinale der WM 2026 perfekt machen. Beide Mannschaften sind mit Auftaktsiegen in die Gruppe A gestartet, die Stimmungslage könnte jedoch kaum unterschiedlicher sein.
Guadalajara, 18 Juni 2026
In der WM-Gruppe A treffen in der Nacht von Donnerstag auf Freitag (Anpfiff 3:00 Uhr MESZ) in Guadalajara die Co-Gastgeber Mexiko und Südkorea aufeinander, wobei beide Mannschaften mit einem Sieg den vorzeitigen Einzug ins Achtelfinale der WM 2026 sichern können.
Ausgangslage: Drei Punkte und vorzeitiger Achtelfinal-Einzug in Reichweite
Beide Teams sind aus den jeweiligen Auftaktspielen als Sieger hervorgegangen. Während Co-Gastgeber Mexiko beim WM-Eröffnungsspiel im Aztekenstadion Südafrika mit 2:0 besiegte, gewann Südkorea das Match gegen Tschechien 2:1. Damit hat die Mannschaft von Trainer Myung-bo Hong, genau wie Mexiko, drei Punkte auf dem Konto und kann sich mit einem weiteren Erfolg frühzeitig für die K.-o.-Runde qualifizieren.
Die Stimmung beim WM-Mitgastgeber ist nach dem 2:0 gegen Südafrika bestens, betonte Teamchef Javier Aguirre nach dem Spiel gegen Südafrika: "Es liegt auf dem Silbertablett bereit. Aber wir wissen, dass wir hart für den Erfolg arbeiten müssen. Im modernen Fußball gibt es keine einfachen Gegner." Aguirre sprach zudem von einem unschätzbaren Heimvorteil im mexikanischen Sommer-Märchen ("Der Heimvorteil ist unbezahlbar"), dennoch warnte er davor, die Südkoreaner zu unterschätzen.
Mexiko in Feierlaune, Südkorea mit Personalsorgen
Für Mexiko gibt es in der personellen Aufstellung einige Fragezeichen. Kapitän Cesar Montes nach seiner Roten Karte diesmal zuschauen muss, die er im Auftaktspiel gegen Südafrika erhalten hatte und muss ersetzt werden. Luis Romo dürfte in die Innenverteidigung rücken. Im Tor dürfte wieder Raul Rangel den Vorzug vor Ikone Guillermo Ochoa bekommen, der nach der WM mit 41 Jahren seine Karriere beenden wird. Zudem hoffen die Fans auf das WM-Startelfdebüt von Wunderkind Gilberto Mora.
Gänzlich anders sieht die Lage im Lager von Südkorea aus. Im Lager von Südkorea ist nicht alles harmonisch, denn zwischen Spielern und südkoreanischen Medienvertretern soll es Spannungen geben. Hintergrund sind Berichte, wonach Teile der heimischen Presse die Mannschaft teilweise boykottieren, nachdem es Spott wegen der früheren Freistellung von Son Heung-min vom regulären Militärdienst gegeben hatte. Als Reaktion "entschied sich der Verband laut Medienberichten vorerst für einen Medienboykott".
Medienboykott und Stimmung in Südkorea
Trainer Myung-bo Hong kann dagegen personell aus dem Vollen schöpfen. Abwehrspieler Kim Tae Hyeon früher als erwartet wieder voll ins Training einsteigen konnte, steht dem Coach nach seiner Verletzungspause wieder zur Verfügung. Die Südkoreaner verfügen zudem mit einem in Deutschland aufgewachsenen Akteur über eine besondere Geschichte.
Jens Castrop, 22 Jahre alt und gebürtig aus Düsseldorf, ist der Sohn einer südkoreanischen Mutter und eines deutschen Vaters. Er erhielt im August 2025 den südkoreanischen Pass, nachdem der FIFA-Wechsel seines Verbandes genehmigt worden war – als erster eingebürgerter Spieler steht er im WM-Kader Südkoreas. Bislang hat Castrop sieben Länderspiele für die "Taeguk Warriors" absolviert. Zuvor war er 26-mal für deutsche Jugendnationalmannschaften aufgelaufen.
Jens Castrop: Deutscher mit südkoreanischen Wurzeln
Castrop wechselte 2024 für 4,5 Millionen Euro vom 1. FC Nürnberg zu Borussia Mönchengladbach, wo er unter Trainer Eugen Polanski auf sechs verschiedenen Positionen eingesetzt wurde – von Rechtsverteidiger über diverse Mittelfeldrollen bis zum linken Flügel. Allerdings musste er in der Bundesliga zwei Platzverweise in Serie hinnehmen: im Hinspiel gegen Bayern München und am Saisonende gegen Wolfsburg. Damit steht Castrop in seiner Profilaufbahn nun bei fünf Roten Karten.
Verletzungsbedingt hatte Castrop die deutsche U21 bei der EM 2025 verpasst, die am Ende Rang zwei belegte. Auch im ersten Gruppenspiel Südkoreas gegen Tschechien blieb er ohne Einsatz, obwohl Trainer Hong fünfmal wechselte. "Ob ich spiele oder nicht, ich genieße jede Minute bei der WM. Unser klares Ziel ist es, die K.o.-Runde zu erreichen. Wir alle im Team brennen darauf, der Welt zu zeigen, was für einen Fußball wir spielen können. Wir wollen unser Land mit Stolz vertreten und uns auf dieser großen Bühne bestmöglich präsentieren", sagte Castrop der Bild.
Zu seiner Verbundenheit zu Südkorea erklärte er gegenüber der Sportschau: "Ich fühle mich Südkorea durch meine Mutter und viele Besuche dort sehr stark verbunden. Wir hatten in Düsseldorf auch immer schon eine sehr große asiatische Community. Und ich lerne jetzt auch fleißig koreanisch." Über seinen Spielstil sagte Castrop: "Ich versuche einfach, immer ans Limit zu gehen."
Besonders brisant wäre für Castrop ein Duell mit Deutschland. "Ein Albtraum ganz sicher nicht – im Gegenteil. Es wäre etwas ganz Besonderes, bei einer Weltmeisterschaft auf Deutschland zu treffen. Ich habe sämtliche Jugendnationalmannschaften des DFB durchlaufen und immer wieder betont, wie dankbar ich dem DFB für die gemeinsame Zeit und die Erfahrungen bin. Sportlich wäre es aber definitiv eine große Herausforderung. Deutschland verfügt wie immer über eine enorm starke Mannschaft. Aber vielleicht könnten wir ja dann das Ergebnis von 2018 wiederholen", sagte Castrop.
Blick zurück auf 2018 und die besondere Deutschland-Verbindung
Der Blick auf 2018 ist auch aus anderer Perspektive interessant. Beim Turnier in Russland hatten mexikanische Fans auch ausgiebig über Südkoreas Triumph über Deutschland gejubelt, da dadurch der mexikanische Aufstieg möglich geworden war. Deutschland verlor damals 0:2 gegen Südkorea und schied in der Vorrunde aus. Jürgen Klinsmann war von Februar 2023 bis Februar 2024 südkoreanischer Nationaltrainer.
Historisch betrachtet haben beide Teams erst wenige Male gegeneinander gespielt. In einem Testspiel im September 2025 trennten sich die beiden Teams 2:2. Bei der WM 2018 setzte sich Mexiko knapp mit 2:1 gegen Südkorea durch. Mit Blick auf den deutschen Kader fällt auf, dass Bundestrainer Julian Nagelsmann keinen Rechtsverteidiger seines Clubs nominiert hat – eine Position, die Castrop bei Borussia Mönchengladbach regelmäßig bekleidet.
Die Ausgangslage vor dem Duell in Guadalajara ist klar: Mit einem Sieg wäre beiden Mannschaften der Achtelfinal-Einzug bereits vor dem letzten Gruppenspiel sicher. Verliert hingegen eines der beiden Teams, müsste es im abschließenden Spiel um das Weiterkommen bangen – und auf Schützenhilfe der Konkurrenz hoffen.
Ausblick: Live-Übertragung und Konsequenzen
Das Spiel wird in der Nacht von Donnerstag auf Freitag um 3:00 Uhr MESZ angepfiffen. Fußballfans können die Partie live verfolgen. Sollte Südkorea gewinnen, würde das Team mit dem Selbstvertrauen aus dem historischen 2:1-Erfolg über Tschechien in die entscheidende Phase des Turniers gehen – und im weiteren Verlauf möglicherweise auf Deutschland treffen, womit Castrops besondere Geschichte eine Fortsetzung fände.
Gelingt Mexiko ein Sieg, würde der Traum vom Sommermärchen auf heimischem Boden konkreter. Aguirre, der die Mannschaft als Teamchef führt, weiß um die Bedeutung des Spiels: "Der Heimvorteil ist unbezahlbar" – diese Worte nehmen die mexikanischen Fans als Verpflichtung, ihr Team im Aztekenstadion-Nachfolgespiel nach vorne zu peitschen.
Fragen & Antworten
Wer ist Jens Castrop und warum spielt er für Südkorea?
Jens Castrop ist 22 Jahre alt, in Düsseldorf geboren und der Sohn einer südkoreanischen Mutter und eines deutschen Vaters. Er erhielt im August 2025 den südkoreanischen Pass und ist der erste eingebürgerte Spieler im WM-Kader Südkoreas, für das er bisher sieben Länderspiele absolviert hat.
Warum gibt es Spannungen zwischen südkoreanischen Spielern und Medien?
Teile der südkoreanischen Medien boykottieren Berichten zufolge die Mannschaft wegen Spottes über die frühere Freistellung von Son Heung-min vom regulären Militärdienst. Als Reaktion hat sich der südkoreanische Verband laut Medienberichten vorerst für einen Medienboykott entschieden.
Was bedeutet ein Sieg für Mexiko oder Südkorea in der Gruppe A?
Beide Teams sind mit einem Sieg aus ihren Auftaktspielen gestartet (Mexiko 2:0 gegen Südafrika, Südkorea 2:1 gegen Tschechien) und können sich mit einem weiteren Erfolg vorzeitig für das Achtelfinale der WM 2026 qualifizieren.
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