Lilli Tagger erreicht in Prag das zweite WTA-Finale ihrer Karriere
Prag, 25. Juli 2026
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Kurzfassung
Die 18-jährige Osttirolerin Lilli Tagger hat beim WTA-250-Turnier in Prag durch einen 6:7, 6:3, 7:6-Erfolg über Barbora Krejcikova das Endspiel erreicht. Dort trifft sie am Sonntag auf die Ukrainerin Daria Snigur.
Die 18-jährige Osttirolerin Lilli Tagger hat am Samstag durch einen 6:7(5), 6:3, 7:6(4)-Erfolg über die zweifache Grand-Slam-Siegerin Barbora Krejcikova das Endspiel des WTA-250-Turniers in Prag erreicht.
Nach 2:50 Stunden verwandelte Lilli Tagger im Tiebreak des dritten Satzes ihren fünften Matchball zum 6:4 und sorgte im Livesport Prague Open für eine der größten Überraschungen der bisherigen Saison. Die Österreicherin, die erst vor rund zwei Wochen das Halbfinale in Athen noch klar gegen dieselbe Gegnerin verloren hatte, zeigte beim 6:7(5), 6:3, 7:6(4) über die topgesetzte Tschechin eine beeindruckende Leistungssteigerung. Die WTA bestätigte den Einzug ins Finale am späten Samstagnachmittag.
Matchverlauf: Drei Sätze, drei Dramen
Das Spiel verlief von Beginn an ausgeglichen. Tagger startete stark, brachte ihre ersten drei Aufschlagspiele zu null und holte sich früh das Break zum 3:2. Im ersten Satz führte die Österreicherin bereits mit 5:3, vergab aber bei 5:4 die Chance zum Satzgewinn. Krejcikova schlug zurück, glich zum 5:5 aus und entschied den Tiebreak nach 59 Minuten mit 7:5 für sich.
Im zweiten Durchgang wendete sich das Blatt. Nachdem Tagger das Break zum 4:2 erzwungen hatte, nutzte sie ihren zweiten Satzball zum 6:3 und glich nach 1:35 Stunden aus. Der Aufschlagverlust Krejcikovas zum 4:2 aus Sicht der Österreicherin sollte sich als entscheidender Moment erweisen, denn die Tschechin fand danach nicht mehr zu ihrer alten Stärke zurück.
Der entscheidende Moment im zweiten Satz
Der dritte Satz begann für Tagger perfekt: ein frühes Break zum 2:0, das jedoch postwendend wieder abgegeben werden musste. Bei 5:6 servierte Tagger gegen den Matchverlust und behielt die Nerven, sodass es erneut in den Tiebreak ging. Dort lag sie zunächst 1:3 zurück, kämpfte sich aber zurück und entschied die entscheidende Phase mit ihrem elften Ass des Matches für sich. Mit dem ersten Matchball zum 6:4 im Tiebreak machte sie den Sack zu.
Schon im Viertelfinale am Freitag hatte Tagger überzeugt. Gegen die an Nummer drei gesetzte Tschechin Sara Bejlek, gegen die sie noch vor rund einer Woche in Athen mit 2:6, 2:6 verloren hatte, drehte die 18-Jährige den Spieß um. Mit 6:3, 6:4 behielt sie auf dem Hartplatz in Prag die Oberhand und verwertete gleich im nächsten Game darauf ihren dritten Matchball. Damit ist Tagger in Prag weiter ohne Satzverlust, hatte gegen Bejlek im ersten Satz aber auch deren vier Breakbälle abgewehrt, ehe sie ihrerseits mit ihrer ersten Chance das Break zum 4:3 holte.
Viertelfinale: Revanche gegen Bejlek
Im zweiten Satz gegen Bejlek geriet Tagger bei 5:3 selbst in Bedrängnis. Sie musste bei 5:3 ein Break hinnehmen, doch anschließend konterte sie sofort und entschied das Match nach insgesamt rund zwei Stunden für sich. Schon nach dieser Partie hatte Tagger betont, wie viel sie aus der Niederlage gegen Bejlek in Athen gelernt hatte, die Aussagen dazu machten Hoffnung auf eine Steigerung.
Die Reaktion der Österreicherin nach dem Coup gegen Krejcikova fiel entsprechend emotional aus. „Es war ein unglaublicher Fight, sie hat tolles Tennis gespielt“, sagte Tagger über die Wimbledon-Siegerin von 2024. „Ich habe sie vor drei Wochen in Wimbledon gesehen und war ein bisschen nervös vor dem Match.“ Im Siegerinnen-Interview fügte sie hinzu: „Verrückt. Ehrlich, im Moment kann ich gar nicht glauben, dass ich gewonnen habe. Ich bin super happy“.
Stimmen nach dem Spiel
Schon unmittelbar nach dem Viertelfinale hatte Tagger eingeräumt, dass sie vor zwei Wochen nicht ans Halbfinale geglaubt hätte. „Jetzt ist es passiert, es ist ein Traum“, sagte sie dem ORF. Mit Blick auf das Finale betonte sie, dass sie nicht als Außenseiterin gegen Snigur auftreten wolle: „Ich möchte einfach mehr Erfahrung auf diesem Niveau sammeln.“
Im zweiten Halbfinale des Tages setzte sich die an Nummer acht gesetzte Ukrainerin Daria Snigur mit 7:6(4), 6:3 gegen die an Nummer fünf gesetzte Tschechin Tereza Valentova durch. Damit kommt es am Sonntag im Endspiel des mit 246.388 Euro dotierten Hartplatzturniers zur Begegnung Tagger gegen Snigur, die das Spiel über den Sender Sky live überträgt.
Gegnerin im Finale: Daria Snigur
Die Bilanz der Partie unterstreicht die Bedeutung des Erfolgs: Tagger hatte im fünften Spiel des dritten Satzes bei 0:40 gelegen, insgesamt vier Breakbälle abgewehrt, ehe Krejcikova letztlich nervenstark hielt. Letztere hat in ihrer Karriere acht WTA-Titel gesammelt, darunter die French Open 2021 und Wimbledon 2024. Krejcikova war in Prag als Nummer zwei gesetzt und galt als Lokalmatadorin.
Tagger indes bewegt sich sportlich weiter nach oben. Durch den Finaleinzug verbesserte sie sich allein durch die Prager Resultate im WTA-Ranking von Platz 74 zumindest auf den 52. Platz; mit den Punkten für das Finale selbst könnte sie sich am Montag auf ungefähr Rang 60 verbessern. Damit würde sie die derzeit beste Österreicherin Anastasia Potapova, die unverändert auf Platz 27 liegt, zwar noch nicht gefährden, aber den Abstand deutlich verkürzen.
Auswirkungen auf das WTA-Ranking
Die 18-Jährige wird auf der WTA-Tour von Francesca Schiavone betreut, die einstige French-Open-Siegerin, die Tagger schon in deren Juniorenphase begleitet hatte. Im vergangenen Jahr hatte die Osttirolerin den Juniorinnentitel bei den French Open gewonnen, nun folgt der zweite WTA-Finaleinzug nach Jiujiang im Herbst 2025, wo sie Anna Blinkova allerdings mit 3:6, 3:6 unterlag.
Geglückt ist Tagger der Sprung ins zweite Endspiel auf der WTA-Tour mit einer deutlichen Steigerung gegenüber der Vorwoche. In Athen hatte sie noch gegen Bejlek mit 2:6, 2:6 verloren, nun schlug sie die als Nummer 40 der Welt geführte Tschechin in zwei Sätzen. Diese Konstanz über mehrere Matches hinweg gilt als bemerkenswert, da Tagger erst am 25. Juli 2026 in Prag antrat und zuvor schon im Viertelfinale gegen Bejlek sowie nun im Halbfinale gegen Krejcikova überzeugt hatte.
Ein österreichischer Erfolg am selben Tag blieb nicht auf Tagger beschränkt. Lucas Miedler sicherte sich am Samstag in Kitzbühel seinen 13. Turniertitel. Allerdings verlief das Wochenende für die zweite rot-weiß-rote Spitzenspielerin enttäuschend: Julia Grabher aus Vorarlberg verlor beim Challenger in Amstetten mit 6:3, 4:6, 3:6 gegen die an Nummer acht gesetzte US-Amerikanerin Vivian Wolff und schied als topgesetzte Spielerin aus. Grabher war die letzte verbliebene Österreicherin im Amstetten-Challenger, dessen Preisgeld 100.000 US-Dollar betrug.
Begleitung durch Francesca Schiavone
Das Liveticker-Format wurde von der Österreichischen Tennisverbands-Website übernommen, die APA verbreitete die Meldung am Samstagabend. Am Sonntag wird Tagger nun im Livesport Prague Open versuchen, nach Jiujiang den zweiten WTA-Titel ihrer Karriere zu holen – und das, obwohl sie sich selbst vor zwei Wochen nicht im Halbfinale gesehen hätte.
Fragen & Antworten
Gegen wen spielt Lilli Tagger im Finale des Livesport Prague Open?
Lilli Tagger trifft im Endspiel am Sonntag auf die 24-jährige Ukrainerin Daria Snigur, die sich im Halbfinale mit 7:6(4), 6:3 gegen die tschechische Spielerin Tereza Valentova durchsetzte.
Wie hat Tagger im Halbfinale gegen Barbora Krejcikova gewonnen?
Tagger gewann das Halbfinale gegen die als Nummer zwei gesetzte Krejcikova mit 6:7(5), 6:3, 7:6(4) nach 2:50 Stunden und entschied den entscheidenden Tiebreak mit 7:4, wobei sie ihren elften Ass des Matches verwandelte.
Welche Auswirkungen hat der Finaleinzug auf Taggers WTA-Ranking?
Durch den Einzug ins Finale verbessert sich Lilli Tagger im WTA-Ranking von Platz 74 auf mindestens Rang 52, mit den Punkten für das Finale könnte sie am Montag ungefähr Platz 60 erreichen.
Tagger im Finale von Prag: Sieg über Krejcikova | sportnachrichten