Birmingham, 14 August 2026

Die deutsche 800-Meter-Läuferin Smilla Kolbe hat nach ihrem Halbfinale bei der Leichtathletik-EM in Birmingham rassistische Hass-Kommentare im Netz gegen ihre Teamkollegen verurteilt und einen emotionalen Appell an die Öffentlichkeit gerichtet.

Nach ihrem Auftritt über 800 Meter bei der EM in Birmingham äußerte sich Smilla Kolbe deutlich zu den Anfeindungen, mit denen Sportlerinnen und Sportler in den sozialen Medien konfrontiert werden. Sie sprach von einem „erschreckenden“ Ausmaß und richtete einen direkten Aufruf an die Fans, hinter den Athletinnen und Athleten zu stehen statt sie zu beschimpfen. Die Läuferin machte dabei keinen Hehl daraus, dass die Vorfälle sie persönlich betroffen machen, und betonte, wie wichtig Solidarität im Team sei.

Die Kommentare, die Kolbe ansprach, richteten sich den Angaben zufolge gegen deutsche Teamkollegen und fielen in einen ohnehin angespannten Kontext. Schon vor dem EM-Start hatten mehrere Sportlerinnen und Sportler aus dem deutschen Team über rassistische Beleidigungen online berichtet. Kolbe wählte bewusst die Bühne nach dem Halbfinale, um die Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken, statt die Geschehnisse nur in einem Interview am Rande zu erwähnen.