Kalajdzic Held von Österreich: 3:3 gegen Algerien bei WM | sportnachrichten
Kalajdzic nach Last-Minute-Tor gegen Algerien: „Wir wollen weiterhin unser Märchen schreiben“
Santa Barbara, 29. Juni 2026
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Kurzfassung
Sasa Kalajdzic hat Österreich mit seinem späten Ausgleichstreffer zum 3:3 gegen Algerien vor dem vorzeitigen WM-Aus bewahrt. Im Teamcamp in Santa Barbara sprach der 28-Jährige über den emotionalsten Moment seiner Karriere und blickte auf den nächsten Gegner Spanien voraus.
Nach seinem späten Ausgleichstreffer zum 3:3 gegen Algerien hat Österreichs Stürmer Sasa Kalajdzic im Teamcamp in Santa Barbara über die emotionalen Stunden nach dem Spiel gesprochen und den Blick bereits auf den nächsten WM-Gegner Spanien gerichtet.
Der 28-jährige Kalajdzic war in Kansas City mit einem Tor in den Schlussminuten zum Matchwinner für Österreich avanciert. Das Spiel gegen Algerien endete 3:3, nachdem die Österreicher zwischenzeitlich mit 1:3 in Rückstand gelegen hatten. Durch den späten Treffer blieb die Mannschaft im Turnier und vermeidet den vorzeitigen Kofferpacken. „Ich habe das Gefühl gehabt, dass wir eher durchgeschnauft haben, dass wir nicht die Koffer packen müssen“, sagte Kalajdzic rückblickend.
Erleichterung nach dem Schlusspfiff
Bereits unmittelbar nach dem Schlusspfiff hatte der zweimeter große Angreifer den Moment als surreal beschrieben. „Aber es ist schon noch surreal, was passiert ist. Es war sicher denkwürdig“, erklärte er am Tag nach der Partie. Das gesamte Team habe in den hektischen Schlussminuten unter Hochspannung gestanden und am Ende erleichtert durchatmen können. „Wir sind froh, dass wir mit einem blauen Auge davongekommen sind. Jetzt sind wir wirklich noch da“, sagte der Stürmer.
Kalajdzic selbst wurde durch sein Tor innerhalb weniger Sekunden zum österreichischen WM-Helden. Die Erleichterung darüber, dass seine Mannschaft die Gruppenphase weiterhin offen halten konnte, sei für ihn die schönste Bestätigung gewesen. „Am allermeisten bedeutet mir, dass ich so vielen Menschen eine Freude bereiten konnte“, sagte er. Besonders genossen habe er den Moment, weil er ihn mit seiner Frau Lorena teilen konnte. Schon unmittelbar nach dem Spiel habe sie ihn angerufen, berichtete er.
Ein Moment mit seiner Frau Lorena
Dass ausgerechnet seine Frau den Weg seines Comebacks am engsten begleitet habe, unterstrich Kalajdzic mit einem persönlichen Bekenntnis. „Weil sie die Einzige ist, die die ganze Zeit weiß, wie es mir ging“, sagte er. Über den emotionalen Telefonanruf unmittelbar nach dem Ausgleichstreffer fügte er hinzu: „Für mich gibt es nichts Schöneres, als diesen Moment mit jemandem zu teilen, den man so sehr liebt.“ Die Reaktionen aus dem persönlichen Umfeld seien überwältigend gewesen.
Angesichts der vielen Glückwünsche aus ganz Österreich gestand Kalajdzic, kaum in der Lage zu sein, alle Nachrichten einzeln zu beantworten. „Es sei schwierig, alle Nachrichten zu beantworten“, sagte er. Dennoch sei er für jede einzelne Zuschrift dankbar. „Aber ich bin dankbar für jeden Glückwunsch“, betonte der Stürmer. Die Anteilnahme habe ihm gezeigt, welche Kraft solche Momente über den Sport hinaus entfalten könnten.
Drei Kreuzbandrisse als Wegbegleiter
Karrieretechnisch ist Kalajdzic in den vergangenen Jahren von insgesamt drei Kreuzbandrissen zurückgeworfen worden. Der späte Ausgleich gegen Algerien sei deshalb auch eine persönliche Genugtuung gewesen. „Es hat sich nichts geändert, für mich geht es um das Hier und Jetzt. Das Hier und Jetzt ist am allerschönsten“, sagte er. Der Fokus liege voll auf der anstehenden Aufgabe gegen Spanien, nicht auf Rückschauen.
Schon unmittelbar nach dem Algerien-Spiel hatte der Angreifer Kontakt zu seinem LASK-Trainer Dietmar Kühbauer aufgenommen, mit dem er zuvor österreichischer Meister und Cupsieger geworden war. Kühbauer ist aktuell Trainer des LASK. Die gemeinsame Vergangenheit verbinde sie über die aktuelle WM-Kampagne hinaus, sagte Kalajdzic. Sein Leihvertrag beim LASK ist mittlerweile beendet.
Kühbauer und die LASK-Vergangenheit
Parallel zur aktuellen WM beschäftigt Kalajdzic auch seine Vereinszukunft. Sein Vertrag beim Wolverhampton Wanderers läuft noch ein Jahr. Wie es danach weitergeht, ließ der Stürmer offen. Er betonte, dass seine volle Konzentration der Nationalmannschaft gelte. Private Entscheidungen über die kommende Saison würden erst nach dem Turnier getroffen.
Mit Blick auf das bevorstehende Duell mit Spanien ordnete Kalajdzic den kommenden Gegner als einen der Titelfavoriten des gesamten Wettbewerbs ein. Spanien zähle für ihn zum absoluten Spitzentrio des Turniers. „Wenn du bei der WM irgendetwas reißen möchtest, musst du auch solche Gegner schlagen“, sagte er unmissverständlich. Gleichzeitig warnte er davor, den Respekt vor dem Gegner in Angst umschlagen zu lassen.
Spanien als nächster Gegner
Die Mannschaft trete Spanien nicht als Außenseiter an, der auf ein Wunder hoffe, sondern als Gegner auf Augenhöhe, der seinen eigenen Stil durchsetzen wolle. „Wir werden hingehen, nicht um zuzuschauen, sondern um weiterzukommen“, sagte Kalajdzic. Das Team werde offensiv und mutig auftreten und sich nicht verstecken.
Innenverteidiger und Mittelfeldspieler hätten in den ersten Gruppenspielen defensiv und im Gegenpressing bereits Weltklasse gezeigt, lobte Kalajdzic die Mannschaftsleistung. „Was Charakter und mentale Stärke angeht, sind wir sehr weit oben“, sagte er. Diese Eigenschaften seien im modernen Fußball oft entscheidender als reine spielerische Klasse.
Mannschaftsgefühl und Mentalität
Der Zusammenhalt innerhalb des österreichischen Teams sei über die gesamte bisherige Turnierphase hinweg gewachsen. Die Spieler wüssten, dass sie nur gemeinsam Erstaunliches erreichen könnten, sagte Kalajdzic. „Wir wollen weiterhin unser Märchen schreiben und dieses Abenteuer weiter erleben“, sagte er mit Blick auf die kommenden Aufgaben. Die Mannschaft habe sich bewusst für diesen Weg entschieden.
Dass Österreich nach dem 3:3 gegen Algerien überhaupt noch im Rennen ist, wertete Kalajdzic als kleine Sensation. Die Mannschaft habe sich gegen einen unangenehmen Gegner durchgebissen und dabei Nervenstärke bewiesen. „Es war sicher denkwürdig“, wiederholte er. Der Teamgeist sei in den vergangenen Tagen noch einmal spürbar gewachsen, nachdem alle erkannt hätten, dass der gemeinsame Traum vom Weiterkommen weiterhin lebe.
Blick nach vorn im Camp in Santa Barbara
Im österreichischen Teamcamp in Santa Barbara, wohin Kalajdzic aus Kansas City zurückgekehrt war, richtete sich der Blick sofort nach vorn. Regeneration, taktische Vorbereitung und mentale Einstellung auf Spanien standen im Mittelpunkt. Kalajdzic sprach mit Blick auf das nächste Spiel von „Das Hier und Jetzt“ – ohne Pathos, aber mit klarer Entschlossenheit. Das Turnier sei für ihn noch lange nicht zu Ende.
Die kommenden Tage bis zum Duell mit Spanien werden nach Einschätzung Kalajdzics zeigen, wie reif die Mannschaft tatsächlich sei. Wer in einem WM-Turnier etwas erreichen wolle, müsse auch Topnationen schlagen können, sagte er. Diese Botschaft richtete sich gleichermaßen an Mitspieler, Betreuer und die mitgereisten Fans. Österreich gehe als Außenseiter in das Spiel – aber als einer, der an seine Chance glaubt.
Kalajdzic selbst wird gegen Spanien aller Voraussicht nach erneut in der Startelf stehen. Seine Wucht im Strafraum und seine Präsenz im Luftspiel sind zentrale Elemente der österreichischen Offensive. Dass er nach drei Kreuzbandrissen und einer langen Verletzungspause überhaupt auf diesem Niveau spielen kann, ist für ihn Motivation genug, jeden Moment zu genießen. „Es hat sich nichts geändert“, sagte er – und meinte damit den Anspruch, alles aus sich herauszuholen.
Fragen & Antworten
Wie bereitet sich Österreich auf das Spiel gegen Spanien vor?
Die Mannschaft ist aus Kansas City ins Teamcamp nach Santa Barbara zurückgekehrt und bereitet sich dort auf den nächsten WM-Gegner vor. Kalajdzic bezeichnete Spanien als einen der Topfavoriten des Turniers, betonte aber, Österreich wolle nicht nur zuschauen, sondern weiterkommen.