Der italienische Schiedsrichter-Koordinator für die Serie A und B, Gianluca Rocchi, hat sich selbst von seinem Amt suspendiert. Grund sind Ermittlungen der Mailänder Staatsanwaltschaft zu mutmaßlichem Sportbetrug, bei dem Rocchi Druck auf Schiedsrichter ausgeübt und VAR-Entscheungen beeinflusst haben soll.

Ermittlungen und Vorwürfe

Die Mailänder Staatsanwaltschaft untersucht laut mehreren Quellen schwerwiegende Vorwürfe gegen Rocchi. Demnach soll er nicht nur unzulässigen Einfluss auf Schiedsrichter genommen haben, sondern auch gezielt Unparteiische ausgewählt haben, die dem Klub Inter Mailand in bestimmten Spielen zugeneigt waren. Die Ermittlungen konzentrieren sich auf mutmaßliche Manipulationen von Spielergebnissen durch gezielte Schiedsrichter-Einsätze und VAR-Interventionen.

Die italienische Fußballverband (FIGC) hat bereits Akteneinsicht bei den Ermittlungsbehörden beantragt, um die Vorwürfe intern zu prüfen. Rocchi, der seit 2021 das Schiedsrichterwesen in den beiden höchsten Ligen Italiens leitet, bestreitet die Anschuldigungen. In einer Stellungnahme betonte er: "Ich habe stets korrekt gehandelt."

Konsequenzen und weitere Suspendierungen

Italiens Sportminister Andrea Abodi kündigte an, dass es Konsequenzen geben werde, sollten sich die Vorwürfe bestätigen. "Die Integrität des Sports steht an erster Stelle", ließ Abodi verlauten. Die FIGC steht unter Druck, schnell Transparenz herzustellen, um das Vertrauen in die Liga nicht weiter zu beschädigen.

Neben Rocchi hat auch Andrea Gervasoni, der VAR-Supervisor der Serie A, sein Amt vorläufig niedergelegt. Die parallelen Suspendierungen deuten auf eine mögliche systemische Dimension der Vorwürfe hin. Beobachter verweisen auf die gestiegene Bedeutung des VAR im modernen Fußball und die damit verbundenen Manipulationsrisiken.