Der iranische Fußballverband hat den Hauptspielort USA als Ausrichter der Fußball-Weltmeisterschaft scharf angegriffen und das Turnier als eine der katastrophalsten Weltmeisterschaften der Geschichte bezeichnet.
In einer am Samstag veröffentlichten Erklärung warf der iranische Verband den US-Behörden eine unprofessionelle Behandlung der teilnehmenden Mannschaften vor. Die USA hätten als Gastgeber nicht die Teilnahme erleichtert, sondern unnötige Hindernisse geschaffen, die den Geist des Spiels untergraben hätten. „Grundlegende Werte des Fußballs geopfert" sei das Turnier durch die unzureichende Ausrichtung geworden, hieß es in dem Statement.
Die Kritik richtete sich unter anderem gegen die Einreisebedingungen für die iranische Nationalmannschaft. Wegen Einreisebeschränkungen musste das Team für jedes seiner WM-Spiele aus seinem Quartier im mexikanischen Tijuana in die USA einreisen und durfte jeweils nur kurz vor und nach den Spielen im Land bleiben. Diese Praxis habe die Vorbereitung und Erholung der Spieler erheblich erschwert, erklärte der Verband.
Vorwurf der Hindernisse bei Einreise
Der iranische Verband betonte, dass nicht nur die eigene Mannschaft von einer „unprofessionellen und unzivilisierten Behandlung durch die US-Behörden" betroffen gewesen sei. Auch andere Delegationen hätten unter vergleichbaren Bedingungen gelitten. Der Verband sprach von Hindernissen, die den „Geist des Fußballs" verletzt hätten.
Das iranische Statement verwies zudem auf das Verhalten von US-Präsident, das in „klarem Widerspruch zum Geist des Fußballs und zu den Grundsätzen" gestanden habe, zu deren Wahrung sich die FIFA stets bekannt habe. Die Welt solle ein „Fest des Fußballs, der Freundschaft zwischen den Nationen und des gegenseitigen Respekts sein - und keine Plattform für politische Einmischung, diskriminierende Praktiken, Rassismus oder unprofessionelles Verhalten", hieß es weiter.
Mit Blick auf die USA erklärte der iranische Verband, das Turnier habe sich zu einer der umstrittensten Weltmeisterschaften entwickelt. „Es wurde zu einer der umstrittensten und katastrophalsten Weltmeisterschaften der Geschichte, bei der die grundlegenden Werte des Fußballs durch unzureichende Ausrichtung und unprofessionelle Entscheidungen des Gastgeberlandes geopfert wurden", schloss der Iran das Statement.
Politische Dimension der Kritik
Die USA sind als Hauptausrichter der Weltmeisterschaft unter anderem mit Markwayne Mullin als Verantwortlichen eng in die Organisation eingebunden. Während der Iran konkret das Verhalten der US-Seite kritisiert, äußert sich die FIFA bislang nicht öffentlich zu den Vorwürfen.
Der Streit fällt in eine Phase, in der die sportpolitischen Beziehungen zwischen den USA und dem Iran ohnehin angespannt sind. Hintergrund ist unter anderem der Streit über das WM-Aus der iranischen Fußball-Nationalmannschaft, das international weiter diskutiert wird.
Die Reaktion aus dem Iran dürfte den Druck auf die Veranstalter erhöhen, die Bedingungen für teilnehmende Mannschaften künftig transparenter zu gestalten. Internationale Verbände beobachten die Entwicklung mit Blick auf künftige Großereignisse genau. Der iranische Verband kündigte an, die Kritikpunkte weiter zu dokumentieren.
Mögliche Folgen für künftige Turniere
Beobachter werten die deutliche Wortwahl als Versuch, die öffentliche Wahrnehmung der WM zu beeinflussen. Mit dem Verweis auf die FIFA-Grundsätze stellt der Iran sicher, dass seine Beschwerde auch im internationalen Verband Gehör finden soll.
Aus Sicht des iranischen Verbands verfehlt die WM in den USA zentrale Werte des Weltfußballs. Die Vorwürfe reichen von organisatorischen Mängeln über Einreisehindernisse bis hin zu politischer Einmischung – ein Vorwurf, den die USA bisher nicht öffentlich kommentiert haben.
Der Konflikt dürfte die Debatte um die Vergabe künftiger Weltmeisterschaften an politisch hochumstrittene Gastgeber weiter anheizen. Sollte die FIFA die Vorwürfe aufgreifen, könnten Konsequenzen für die Ausrichtung kommender Turniere folgen.
