Sinsheim, 05 Juli 2026

Der bosnisch-herzegowinische Mittelstürmer Haris Tabakovic steht laut dem Balkan-Sender N1 vor einem Wechsel von der TSG Hoffenheim zum österreichischen Spitzenklub FC Red Bull Salzburg, die Ablöse wird auf rund fünf Millionen Euro beziffert.

Tabakovic ist 32 Jahre alt, geboren am 20. Juni 1994, und spielt aktuell als Mittelstürmer für die TSG Hoffenheim, die ihn vertraglich noch bis zum 30. Juni 2027 bindet. Sein Marktwert wird mit 3,5 Millionen Euro geführt. Sollte Salzburg tatsächlich fünf Millionen Euro zahlen, wäre es die höchste Ablöse, die der Klub in seiner Geschichte jemals für einen Spieler über 30 Jahren bezahlt hat – bisher liegt die Obergrenze bei 1,5 Millionen Euro.

Salzburgs Ü30-Transferbilanz

Red Bull Salzburg wartet seit drei Jahren auf eine österreichische Meisterschaft und sucht offensichtlich Verstärkung im Angriff. In der bisherigen Vereinshistorie haben die Salzburger nur für vier Spieler über 30 überhaupt eine Ablöse gezahlt: Barry Opdam kam 2008/09 mit 32 Jahren für 1,5 Millionen Euro von AZ Alkmaar, Christian Mayrleb 2005/06 mit 33 Jahren für 500.000 Euro vom FC Pasching. Auch Janis Blaswich (2024/25 aus Leverkusen, eine Million Euro Leihgebühr) und Karim Onisiwo (2024/25 mit 32 Jahren für 500.000 Euro von Mainz 05) gehören zu dieser kleinen Gruppe.

Der diesjährige Sommertransfer Dominik Schmid, ein Verteidiger, kam im Alter von 28 Jahren für drei Millionen Euro vom FC Basel und ist in Salzburg der einzige Spieler über 27, dessen Ablöse sich auf drei Millionen Euro oder mehr belief.

Bereits in der vergangenen Saison war Tabakovic in der Bundesliga aktiv, allerdings im Trikot von Borussia Mönchengladbach. Vom Tabellenwert her gehören beide Vereine in eine andere Größenordnung: Gladbach wird mit einem Kader von 29 Spielern und einem Gesamtmarktwert von 135,10 Millionen Euro unter Trainer Eugen Polanski geführt, Salzburg mit 39 Spielern und 335,25 Millionen Euro unter Trainer Christian Ilzer. Hoffenheim liegt mit einem Marktwert von 123,15 Millionen Euro, 38 Spielern und Coach Danny Röhl leicht unter dem Niveau der Mönchengladbacher.

Leihjahr in Gladbach und sportliche Bilanz

Während seiner Leihe nach Gladbach erzielte Tabakovic 13 Bundesliga-Tore und hielt den Klub in einer Phase, in der Tim Kleindienst (30) schwer verletzt ausfiel, sportlich über Wasser. Zwischen 2020 und 2023 war er zuvor in Österreich aktiv gewesen – bei Austria Lustenau und Austria Wien. In der österreichischen Bundesliga gelangen ihm 17 Tore in 29 Partien, in der 2. Liga sogar 45 Treffer in 46 Spielen.

Neben seiner Klubkarriere ist Tabakovic Nationalspieler für Bosnien und Herzegowina und hat nach Angaben seines Beraterumfelds an einem Weltcup-Turnier teilgenommen, was seine internationale Erfahrung unterstreicht.

Aussagen aus Gladbach

Der Kontext des Salzburg-Interesses ist auch die Vorgeschichte rund um Gladbach. Sportchef Rouven Schröder erklärte im „Fohlenpodcast – Standpunkte" Ende Juni, warum ein fester Wechsel nicht zustande kam. Man habe „das klare Signal bekommen, dass sie nur zu gewissen Konditionen verkaufen, was uns dann auch den Spirit genommen hat. Das war zu viel Geld."

Schröder verwies zudem auf Tabakovics damalige Rahmenbedingungen: „Haris ist in einem gewissen Alter. Er hat einen Vertrag in Hoffenheim und dort ein sehr gutes Salär bezogen. Bei uns kommt Tim Kleindienst zurück, mit dem wir als Stammstürmer planen. Mit beiden zu spielen, sehen wir eher kritischer. Und da mussten wir abwägen: Wie viel Geld wollen wir investieren, um diesen Spieler zu bekommen? Bei dem man auch weiß, dass man als Klub dieses Investment vielleicht nicht mehr zurückbekommt."

Herkunft der Meldung

Auch zu den jüngsten Transferbewegungen der Salzburger liefert der N1-Bericht Hintergrund: Bei Red Bull Salzburg ist der letzte ausgewiesene Transfer Jan Leszczyński; bei Borussia Mönchengladbach ist es Bartosz Mazurek.

Die Meldung über Salzburgs angebliches Interesse an Tabakovic stammt nach eigener Darstellung vom Nachrichtensender N1, der auf dem Balkan aktiv ist. Eine offizielle Bestätigung der Vereine zum angeblichen Fünf-Millionen-Euro-Deal steht bislang aus.

Sollte Salzburg tatsächlich den Sprung über die historische 1,5-Millionen-Grenze wagen, wäre der Tabakovic-Transfer ein klarer Bruch mit der bisherigen Ü30-Transferpolitik der Österreicher – und ein Signal in Richtung Titelrennen.