Formel 1 in der Sommerpause: Antonelli führt die WM an, Norris siegt in Budapest
Budapest, 27. Juli 2026
Magnus Bergström/Knut och Alice Wallenbergs Stiftelse / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0
Kurzfassung
Weltmeister Lando Norris hat beim Großen Preis von Ungarn in Budapest seinen ersten Saisonsieg gefeiert und gleichzeitig die Pole-Position-Serie von Mercedes durchbrochen. Sein Teamkollege Kimi Antonelli rettete trotz einer Drei-Plätze-Strafe als Dritter ein solides Ergebnis und verteidigte die WM-Führung mit 50 Punkten Vorsprung vor der vierwöchigen Sommerpause.
Weltmeister Lando Norris hat den Großen Preis von Ungarn in Budapest gewonnen, während der 19-jährige Kimi Antonelli mit Platz drei seine Spitzenposition in der Fahrerwertung vor der Sommerpause behauptete.
Nach einem ereignisreichen Rennsonntag am Hungaroring verabschiedet sich die Formel 1 in die vierwöchige Sommerpause. Weltmeister Lando Norris aus Großbritannien feierte am 27. Juli 2026 im McLaren seinen ersten Saisonsieg und nutzte dabei ein Streckenprofil, das seinem Boliden besonders entgegenkam. „Der erste Sieg ist ein bisschen früher gekommen, als ich geglaubt habe“, sagte der 26-Jährige nach dem Rennen. Es war zugleich sein erster Erfolg seit dem Großen Preis von Brasilien im Vorjahr.
Norris durchbricht die Mercedes-Pole-Serie
Formel 1 Sommerpause: Antonelli vorn, Norris siegt in | sportnachrichten
Bereits am Samstag hatte Norris die Pole Position erobert und sich damit nur 0,012 Sekunden vor Ferrari-Pilot Lewis Hamilton aus der Qualifikation verabschiedet. Damit durchbrach der Brite eine beeindruckende Serie: Bis zu diesem Wochenende hatten sich die Mercedes-Piloten sämtliche Pole-Positionen der laufenden Saison untereinander aufgeteilt. „Norris durchbrach am Samstag nicht nur die Qualiserie der Mercedes-Piloten, die sich bis dahin die Polepositions für alle Saison-Grands-Prix untereinander aufgeteilt hatten“, hieß es dazu aus dem Fahrerlager.
Kimi Antonelli verlor durch eine Drei-Plätze-Strafe, die er wegen überhöhter Geschwindigkeit unter Gelb kassiert hatte, seinen Startplatz und ging vom siebten statt vom vierten Rang ins Rennen. Der Italiener kämpfte sich jedoch mit einer beherzten Aufholjagd auf den dritten Platz nach vorn und baute seine Führung in der Fahrerwertung auf 50 Punkte aus. „Norris durchbrach am Samstag nicht nur die Qualiserie der Mercedes-Piloten, die sich bis dahin die Polepositions für alle Saison-Grands-Prix untereinander aufgeteilt hatten. Selbst am für Mercedes bisher schwierigsten Wochenende in Budapest rettete sich der Italiener von Startplatz sieben noch auf den dritten Rang“, bilanzierte die Auswertung des Wochenendes. „Das einzig Positive an diesem Wochenende ist, wie Kimi gefightet hat“, lobte Mercedes-Teamchef Toto Wolff, der aus Wien stammt.
Antonelli verteidigt WM-Führung trotz Strafe
Im Stand bescheinigt Antonelli eine beeindruckende Zwischenbilanz: Neun Podestplätze in elf Grands Prix, sechs Siege – der Heranwachsende, den Verstappen ausdrücklich würdigte, hat im WM-Kampf klar die Kontrolle übernommen. „Für einen 19-Jährigen war er bisher grundsolide. Das ist wirklich beeindruckend zu sehen“, meinte der vierfache Weltmeister. Die Statistik unterstreicht den Trend: Während Norris nun 91 Punkte Rückstand auf den Spitzenreiter hat, beträgt der Abstand zu Oscar Piastri auf Platz drei 127 Zähler. Für Antonelli geht es nach der Pause mit deutlichem Polster weiter, zwölf Rennen stehen noch aus.
Max Verstappen zeigte im Red Bull ebenfalls eine starke Leistung und fuhr mit Rang zwei sein bestes Saisonresultat ein – gleichauf mit dem Ergebnis aus dem Österreich-Grand-Prix. Es ist das vierte Podium des Niederländers in den vergangenen fünf Rennen, dreimal stand er dabei in den jüngsten vier Rennen auf dem Podest. „Es ist unglaublich, wie zum Teufel wir den zweiten Platz geschafft haben“, reagierte der 28-Jährige überrascht. In der WM liegt er allerdings nur auf Platz sechs, bereits 110 Punkte hinter der Spitze. „Wir müssen versuchen, solider zu sein in allen Bereichen, mehr problemfreie Wochenenden haben. Und wir müssen vor allem mehr Leistung finden, so einfach ist es am Ende des Tages“, forderte Verstappen mit Blick auf die zweite Saisonhälfte.
Verstappen meldet sich mit Platz zwei zurück
Dabei verlief die erste Hälfte der Saison unter den neuen Reglement-Vorgaben mit stärkerem Fokus auf Batterie, Energierückgewinnung und Effizienz für Red Bull durchwachsen. „Wir hatten einige guten Momente, einige Lichtblicke, aber insgesamt war es hart“, fasste der vierfache Weltmeister zusammen.
Für Ferrari verlief der Ungarn-Grand-Prix besonders enttäuschend. Charles Leclerc und Hamilton hatten als Einzige im Feld auf Soft-Reifen gestartet, was die Scuderia zunächst nach vorne brachte, sich am Ende jedoch rächte. Leclerc fiel von Platz zwei auf Rang fünf zurück, Hamilton wurde durch eine Fünf-Sekunden-Zeitstrafe wegen Tempoverstoß in der Boxengasse hinter seinen Teamkollegen auf Platz fünf durchgereicht. Zu allem Überfluss erhielt Hamilton zusätzlich eine Drei-Plätze-Grid-Strafe, weil er im Qualifying Piastri behindert hatte. „Im Nachhinein: Meine Reifen waren völlig in Ordnung. Ich hätte zumindest Platz drei behalten können“, kritisierte der 41-Jährige die Ferrari-Strategie nach einem nicht zwingend nötigen Reifenwechsel unter dem virtuellen Safety Car. „Meine Reifen waren völlig in Ordnung. Ich hätte zumindest Platz drei behalten können“, haderte Hamilton mit der Entscheidung seiner Box.
Ferrari verliert das Podium aus den Augen
Im Kampf um die vorderen Plätze verlor auch Oscar Piastri schwer. Der Australier war vom dritten Startplatz gut in das Rennen gekommen und hatte in Kurve zwei die Führung übernommen, fiel dann aber durch eine Kollision mit Carlos Sainz im Williams zurück. Der Spanier erklärte später, die Blaulicht-Anzeigen an seinem Lenkrad hätten nicht funktioniert. „Geh aus dem Weg, du Idiot“, funkte Piastri wütend. Ein verfrühter zweiter Boxenstopp von McLaren ohne dringende Notwendigkeit und ein folgender Getriebeschaden beendeten das Rennen für Piastri vorzeitig. „Es war bisher ein bisschen mühsam. Es war immer irgendwas im Weg. Es war jetzt das erste Mal, das es gelaufen ist“, erklärte Sainz, der selbst das Ziel nicht sah.
George Russell, Antonellis Teamkollege bei Mercedes, fiel bereits in der Anfangsphase durch ein technisches Problem ans Ende des Feldes zurück. Teamchef Toto Wolff, der aus Wien stammt, übernahm dafür die alleinige Verantwortung. „Wir sind George schuldig, dass wir sie fahren lassen“, sagte Wolff in einem ORF-Interview und unterstrich: „Die Bevorzugung eines Piloten werde es nicht geben. Wir sind George schuldig, dass wir sie fahren lassen.“ Russell liegt nach diesem Wochenende mit 59 Punkten Rückstand auf Platz drei der WM – auch eine Folge der Materialpech-Serie, die Antonellis Teamkollege durchmacht. „Hoffentlich dreht es sich. So eine Saison habe ich in meiner ganzen Karriere noch nicht erlebt“, sagte Russell. Wolff blickt unterdessen bereits nach vorn: „Ich glaube, es ist zusammengerückt. Wir werden versuchen, da immer wieder etwas zu bringen. Wir müssen versuchen, solider zu sein in allen Bereichen, mehr problemfreie Wochenenden haben. Und wir müssen vor allem mehr Leistung finden, so einfach ist es am Ende des Tages.“ Der Wiener kündigte an, dass der Rest der Saison ein „Update Race“ der Teams werden würde.
Mercedes, Piastri und die Materialpech-Serie
Am hinteren Ende des Feldes sorgte Nico Hülkenberg für einen kleinen Lichtblick: Der erfahrene Deutsche fuhr von Startplatz zehn auf Rang neun und holte damit seine ersten Punkte für das neue Audi-Werksteam. „Es war bisher ein bisschen mühsam. Es war immer irgendwas im Weg. Es war jetzt das erste Mal, das es gelaufen ist“, kommentierte Hülkenberg das für ihn erlösende Resultat. Auch Norris hatte allen Grund zum Feiern: Mit der Siegerfaust ließ er seinem McLaren-Team eine Liebeserklärung da. „Woooo! Wunderschön! Das Auto war unglaublich. Herzlichen Glückwunsch, das habt ihr euch redlich verdient. Harte Arbeit zahlt sich aus. Macht einfach weiter so. Vielen Dank. Ich liebe euch alle“, sagte der amtierende Weltmeister nach seinem ersten Saisonsieg und untermauerte: „Wenn das Auto gut ist, und wenn ich im Flow bin, dann gibt es kein Halten. Ich bin optimistisch für die Zukunft. Ich denke, wir können weitere Rennen gewinnen. Ich bin optimistisch für die Zukunft. Ich denke, wir können weitere Rennen gewinnen.“
Antonelli selbst zeigte sich nach dem Rennen sichtlich gerührt über seine erste Halbserie als Spitzenreiter. „Ich hätte mir nie vorstellen können, in dieser Situation zu sein. Ich bin sehr glücklich, das ist die beste Art, in die Sommerpause zu gehen. Wir müssen aber weiter Druck machen, denn die zweite Saisonhälfte wird hart. Es ist ein hartes Rennen. Es war ein hartes Rennen“, bilanzierte der Teenager. Auch Wolff sah trotz der eigenen Schwierigkeiten vor allem das Positive: „Es war ein hartes Rennen. Das einzig Positive an diesem Wochenende ist, wie Kimi gefightet hat.“ Die Rennserie pausiert nun für vier Wochen, ehe es am 23. August beim Großen Preis der Niederlande in Zandvoort weitergeht. Das Rennen in Mogyorod bei Budapest fand 40 Jahre nach der Formel-1-Premiere im damaligen Ostblock statt. Auch Malaysia ist in diesem Jahr neu als Gastgeber im Kalender und richtet am 4. Oktober den Großen Preis von Bahrain aus, womit noch zwölf Rennen auf dem Programm stehen.
Ausblick auf Zandvoort und die zweite Saisonhälfte
„Wir haben das Ergebnis maximiert. Wir haben das Ergebnis maximiert“, fasste Antonelli den Sonntag aus Mercedes-Sicht zusammen. Mit dieser Mischung aus Stabilität, Siegen und dem nötigen Quäntchen Glück geht der WM-Spitzenreiter mit 50 Punkten Vorsprung in die Sommerpause – und kann die zweite Saisonhälfte trotz der technischen Rückschläge bei seinem Team mit breiter Brust in Angriff nehmen. „Es steht noch viel Arbeit an, es gibt noch viel zu lernen. Aber es war eine gute erste Hälfte der Saison“, ergänzte Antonelli. Bei RBC Capital Markets wurde die Mercedes-Benz Group am 14. Juli mit „Sector Perform“ eingestuft – eine Einschätzung, die angesichts der jüngsten Resultate sicherlich auf dem Prüfstand bleiben wird.
Fragen & Antworten
Wer führt die Formel-1-Weltmeisterschaft nach dem Großen Preis von Ungarn an?
Der 19-jährige Kimi Antonelli führt die Fahrerwertung nach dem Rennen in Budapest mit einem Vorsprung von 50 Punkten vor seinem nächsten Verfolger an. Bei den verbleibenden zwölf Rennen geht der Mercedes-Pilot mit komfortablem Polster in die Sommerpause.
Warum hat Norris die Qualifying-Dynastie der Mercedes-Fahrer beendet?
Der britische McLaren-Pilot sicherte sich am Samstag die Pole Position und war 0,012 Sekunden schneller als Ferrari-Fahrer Lewis Hamilton. Bis dahin hatten sich die Mercedes-Piloten sämtliche Pole-Positionen der laufenden Saison untereinander aufgeteilt.
Was sind die Gründe für die enttäuschenden Ergebnisse von Ferrari, Piastri und Russell?
Ferrari verlor ein mögliches Podium wegen einer umstrittenen Boxenstopf-Strategie unter dem virtuellen Safety Car und einer Zeitstrafe für Hamilton. Piastri schied nach einer Kollision mit Carlos Sainz und einem Getriebeschaden aus, Russell fiel bereits zu Beginn durch ein technisches Problem ans Ende des Feldes zurück.