Zürich, 30 Juni 2026
Die FIFA hat beschlossen, das bisherige System mit zwei Münzwürfen vor Elfmeterschießen für die restlichen K.o.-Spiele der laufenden Weltmeisterschaft beizubehalten und den geplanten Test mit nur einem Münzwurf vorerst nicht durchzuführen.
Hintergrund: Zwei Würfe pro Elfmeterschießen
Die FIFA wollte den Modus des Münzwurfs anpassen, um die Fairness zu erhöhen. Ursprünglich wollte der Weltfußballverband nach Gesprächen mit dem Regelhüter IFAB (International Football Association Board) den Modus des Münzwurfs anpassen, um die Fairness zu erhöhen. Nun wurde jedoch beschlossen, das bisherige System für die restlichen K.o.-Spiele der Weltmeisterschaft beizubehalten.
Geplant war, anstelle von zwei Münzwürfen nur noch einen einzigen durchzuführen. Der Gewinner dieses Wurfs hätte entscheiden dürfen, ob sein Team den ersten Elfmeter schießt oder auf welches Tor geschossen wird. Dem Verlierer wäre die verbleibende Option zugefallen.
Geplante Reform und ihre Ziele
Unter dem nun bestätigten Verfahren gibt es somit wie gewohnt zwei Würfe. Der erste Wurf bestimmt neutral darüber, welches Team zuerst schießt, und der zweite, der von den Kapitänen angesagt wird, legt die Spielfeldseite fest.
Hintergrund der Diskussion ist ein konkreter Fall aus der jüngsten Vergangenheit: auch im jüngsten Champions-League-Finale zwischen Arsenal und PSG auftrat, wie aus einem Bericht hervorgeht, den die FIFA in ihre Beratungen einbezog. Dort habe ein Team beide strategischen Vorteile aus den zwei Würfen verloren.
Beispiel aus der Champions League
Trotz einer grundsätzlichen Offenheit des IFAB für eine künftige Testphase verzichtet der Verband darauf, die Änderung kurzfristig in das laufende Turnier einzubringen. Ein Testlauf für den einfachen Münzwurf könnte laut Berichten jedoch in der Zukunft nachgeholt werden.
In dem Turnier haben sich Kanada und Brasilien bereits als erste Teams für das Achtelfinale qualifiziert haben. Damit stehen erste Entscheidungen in der K.o.-Runde bevor, in denen die nun bestätigte Münzwurfregel direkt zur Anwendung kommen wird.
Offene Tür für einen späteren Test
Aus Sicht der Schiedsrichter und Teams bedeutet die Beibehaltung des alten Systems, dass beide Seiten weiterhin zwei kleine Entscheidungen zu treffen haben, bevor ein Elfmeterschießen beginnt. Befürworter der Doppel-Würfe argumentieren, dass das Verfahren seit Jahren eingespielt ist und keine Manipulation der Reihenfolge ermöglicht.
Kritikerinnen und Kritiker sehen dagegen genau in der jüngsten Champions-League-Szene ein Beispiel dafür, wie ein Team durch die zweite Entscheidung benachteiligt werden kann. Sie hatten sich einen klareren, schnelleren Modus gewünscht, bei dem nur ein einziges Los die Reihenfolge und die Torseite bestimmt.
Die FIFA begründet ihren Schritt vor allem mit der Kontinuität während eines laufenden Wettbewerbs. Regeländerungen, die erst wenige Wochen vor K.o.-Spielen erfolgen, könnten demnach die Vorbereitung der Mannschaften und die Eindeutigkeit der Entscheidungen gefährden.
Für die kommenden Runden bedeutet das konkret: Vor jedem Elfmeterschießen wird zunächst per Münzwurf ermittelt, welches Team zuerst antritt. Anschließend rufen die beiden Mannschaftskapitäne den zweiten Wurf aus, der entscheidet, auf welche Seite des Tores geschossen wird.
Wie ein möglicher Testlauf in Zukunft ausgestaltet werden könnte, ließ die FIFA offen. Denkbar wäre demnach ein Pilotversuch in einem Jugend- oder Qualifikationsturnier, bevor die Änderung Eingang in eine offizielle FIFA-WM findet.
Bis dahin gilt: Wer in einem Elfmeterschießen zuerst schießt und welche Torhälfte das eigene Team verteidigt, wird weiterhin in zwei getrennten Münzwürfen entschieden.
