Der FC Bayern München hat die Verträge von Sportvorstand Max Eberl und Vorstandschef Jan-Christian Dreesen vorzeitig bis zum Jahr 2029 verlängert, wie Aufsichtsratschef Herbert Hainer am Dienstag in München bekannt gab.

Wie der deutsche Fußball-Rekordmeister mitteilte, wurden die Arbeitsverträge der beiden Vorstandsmitglieder langfristig neu aufgestellt. Eberl ist seit Februar 2024 als Sportvorstand tätig, Dreesen fungiert seit Juli 2023 als Vorstandsvorsitzender der FC Bayern München AG. Mit der Verlängerung bindet der Verein seine sportliche und wirtschaftliche Führung über die laufende Saison hinaus.

Hainer verwies auf die breite Aufstellung des Vorstands, zu dem auch Rouven Kasper zählt. Mit der Vertragsverlängerung will der Aufsichtsrat nach eigenem Bekunden Kontinuität in einer Phase sicherstellen, in der der FC Bayern international neue Impulse setzen will. Der Verein hatte in den vergangenen Spielzeiten der Fußball-Bundesliga wiederholt die nationale Meisterschaft gewonnen und in der Champions League Akzente gesetzt.

Hintergrund der Vertragsverlängerung

In seiner Stellungnahme hob Hainer die Verzahnung von sportlicher und wirtschaftlicher Strategie hervor. Der Vorstand sei beauftragt, die Spitzenposition des FC Bayern in Europa zu behaupten. Dazu zähle sowohl die Kaderplanung als auch die Vermarktung der Marke FC Bayern, die zu den umsatzstärksten im europäischen Vereinsfußball zählt.

Beobachter werten den Schritt als Signal für eine längerfristige Strategie abseits kurzfristiger sportlicher Resultate. Bayern-Präsident Uli Hoeneß hatte sich in der Vergangenheit wiederholt hinter die sportliche Leitung gestellt und gilt als einer der Architekten des aktuellen Vorstandsmodells.

Sportliche und wirtschaftliche Strategie

Hintergrund der Entscheidung ist auch die Diskussion um die künftige Ausrichtung des Vereins im europäischen Wettbewerb. Mit der Champions-League-Reform und veränderten Verteilmechanismen stehen die europäischen Topklubs vor neuen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Eine stabile Vorstandsstruktur gilt in diesem Umfeld als Wettbewerbsvorteil.

Die Personalie Rouven Kasper, der das Marketing und die Vermarktung verantwortet, wurde im Zuge der Bekanntmachung ebenfalls hervorgehoben. Kasper war zuvor in leitenden Funktionen im Sportmarketing tätig und gilt als treibende Kraft hinter mehreren Vermarktungspartnerschaften des Vereins.

Ausblick auf die kommenden Saisons

Offen ist, ob und in welchem Umfang der Aufsichtsrat in den kommenden Monaten weitere strukturelle Anpassungen am Vorstand vornehmen wird. Hainer hatte zuletzt betont, dass die Personalplanung im Einklang mit der sportlichen Gesamtstrategie stehen müsse. Eine Stellungnahme der beiden Vertragsverlängerungen war zunächst nicht über den Wortlaut der Pressemitteilung hinaus zu erhalten.

Die Fußball-Bundesliga reagiert auf die Verlängerung mit Interesse, da Konkurrenzvereine wie Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen in den vergangenen Jahren ebenfalls ihre Führungsstrukturen neu geordnet hatten. Bayern sieht sich durch die langfristige Bindung der eigenen Spitzenkräfte in einer stabilen Position für die kommenden Transfersaisons.