Mexiko-Stadt, 01 Juli 2026
Der ecuadorianische Fußballverband (FEF) hat nach massiven nächtlichen Lärmstörungen mexikanischer Fans vor dem Teamhotel im Stadtteil Santa Fe formell Beschwerde bei den WM-Organisatoren und beim Weltverband FIFA eingereicht, nur Stunden vor dem Achtelfinalspiel Ecuadors gegen Mexiko im Azteca-Stadion.
Wie der Verband am Dienstag mitteilte, hatten sich in der Nacht zum Spieltag Motorradfahrer und feiernde Anhänger vor dem Hotel der ecuadorianischen Mannschaft versammelt. Sie ließen Motoren aufheulen, hupten, spielten laute Musik ab und zündeten Feuerwerkskörper. Die FEF sprach von einem Verhalten, das weit entfernt sei „von den Prinzipien des Fairplay, der Fairness und der Einheit, für die eine Fußball-Weltmeisterschaft stehen sollte".
Den mexikanischen Medien „El Financiero" und „Récord" zufolge war in sozialen Netzwerken zuvor dazu aufgerufen worden, sich mit Lautsprechern, Trommeln, Trompeten, Hupen und weiteren Lärminstrumenten vor dem Hotel zu versammeln. Videos, die im Internet kursierten, zeigten Fans, die mit ohrenbetäubendem Lärm versuchten, den Schlaf der ecuadorianischen Spieler zu stören.
Die Polizei traf nach Angaben aus den Berichten erst gegen Mitternacht ein, um die Menge vor dem Hotel zu zerstreuen. Ecuadorianische Spieler berichteten danach, die Nacht kaum Ruhe gefunden zu haben. Schon die Anreise nach Mexiko-Stadt war nach Darstellung des Verbandes strapaziös: Die Reise vom Basiscamp im US-Bundesstaat Ohio dauerte neun Stunden – drei Stunden länger als ursprünglich geplant.
Ecuadors Cheftrainer Sebastián Beccacece entschuldigte sich auf einer Pressekonferenz im Azteca-Stadion, die rund 75 Minuten später als geplant begann, für die sichtbare Erschöpfung seiner Spieler. Beccacece betonte zugleich den bedingungslosen Kampfgeist seines Teams und wies Ausreden zurück. „Wir haben drei Stunden länger gebraucht als geplant. Wir wissen nicht, warum", sagte der Coach zur verlängerten Anreise.
In seiner Erklärung appellierte der FEF an die zuständigen Behörden, den Vorfällen „größere Aufmerksamkeit zu schenken und die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Unversehrtheit unserer Spieler, unseres Trainerstabs und unserer Fans zu gewährleisten". Der Verband zeigte sich zugleich zuversichtlich, „dass diese unsportlichen Vorfälle das Fußballfest, das zwei Bruderländer verbindet, nicht trüben und dass Respekt, gesunder Wettbewerb und Fairplay vorherrschen werden".
Ferner kündigte der FEF an, dass Ecuador auf unsportliche Aktionen grundsätzlich auf dem Platz antworten werde. Sportliche Vergeltung solle das Mittel der Wahl sein, nicht der Rückzug aus dem Dialog. Eine inhaltliche Stellungnahme der mexikanischen Fußballföderation zu den Vorfällen lag zunächst nicht vor; der Verband lehnte einen Kommentar ab.
Auch FIFA äußerte sich auf Nachfrage zunächst nicht zu den Vorfällen. Die Störaktion, den Schlaf gegnerischer Mannschaften mit Lärm zu unterbrechen, ist im internationalen Fußball ein bekanntes, allerdings umstrittenes Mittel im Vorfeld wichtiger Partien.
Hintergrund
Sportlich trifft der Sieger der Gruppe, in der Ecuador durch einen 2:1-Erfolg gegen Deutschland das Ticket für die Runde der besten 32 löste, auf einen formstarken mexikanischen Co-Gastgeber, der seine drei Gruppenspiele ohne Gegentor gewonnen hatte. Das Achtelfinalspiel war am Spieltag für 19:00 Uhr Ortszeit (03:00 Uhr MESZ) im Azteca-Stadion in Mexiko-Stadt angesetzt, die Übertragung lief bei Magenta TV.
Reaktionen
Hintergrund
Ausblick
Die ecuadorianische Mannschaft reiste aus einem Basiscamp im US-Bundesstaat Ohio an. Die Anreise sollte ursprünglich sechs Stunden dauern, dauerte aber neun. Als Gründe wurden bislang keine genannt. Cheftrainer Beccacece sprach in seiner Pressekonferenz im Azteca-Stadion, die mit deutlicher Verspätung begann, von einer unerklärlichen Verzögerung.
Reaktionen
Neben dem FEF äußerten sich zunächst weder FIFA noch der mexikanische Fußballverband zu den Vorfällen. Die mexikanischen Medien „El Financiero" und „Récord" hatten über die Aufrufe in den sozialen Medien und die anschließenden Lärmaktionen vor dem Hotel berichtet.
Ausblick
Die sportliche Antwort soll auf dem Rasen folgen. Der FEF kündigte an, dass Ecuador auf unsportliche Aktionen grundsätzlich auf dem Platz reagieren werde. Das Achtelfinalspiel am Abend (Ortszeit) im Azteca-Stadion gilt als erste echte Nagelprobe für das Überraschungsteam aus Südamerika.
