DFB-Frauen: WM 2027 in Brasilien gebucht – 2:0 gegen | sportnachrichten
DFB-Frauen lösen WM-Ticket für Brasilien 2027 und feiern 2:0 gegen Norwegen
Köln, 06 Juni 2026
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Kurzfassung
Die deutschen Fußballfrauen haben sich mit einem 2:0-Sieg gegen Norwegen vorzeitig für die WM 2027 in Brasilien qualifiziert. Vor 33.425 Zuschauern in Köln trafen die Debütantin Marie Müller und Carlotta Wamser für das Team von Christian Wück.
Köln, 06 Juni 2026
Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft hat sich am Freitagabend durch einen 2:0-Sieg gegen Norwegen in Köln vorzeitig für die Frauen-Weltmeisterschaft 2027 in Brasilien qualifiziert und die Tabellenführung in der Qualifikationsgruppe gesichert.
Historisches Debüt im Kölner Stadion
Vor 33.425 Zuschauerinnen und Zuschauern im Stadion des 1. FC Köln feierte die DFB-Auswahl nicht nur den sportlichen Erfolg, sondern auch einen historischen Moment: Es war das erste Länderspiel der Frauen in dieser Arena. Marie Müller brachte die Mannschaft in der 18. Minute in Führung und krönte damit ihr Debüt im Dress des deutschen Seniorenteams mit einem Tor. In der 27. Minute erhöhte Carlotta Wamser auf 2:0.
Müller ist die zwölfte Debütantin unter Bundestrainer Christian Wück, der das Amt Ende Oktober 2024 mit einem 4:3-Sieg gegen England angetreten hatte. Die 25-Jährige, die in Dortmund geboren wurde und in der Bundesliga bereits für den SC Freiburg spielte, ist in den USA für Portland Thorns FC aktiv. Sie trug die Rückennummer 7, die üblicherweise Giulia Gwinn gehört, die nach einer Schulteroperation ausfiel.
Wücks zwölfte Debütantin: Marie Müller
"Ich freue mich riesig. Wir sind einfach glücklich und haben ein gutes Spiel gemacht", sagte Sjoeke Nüsken, die in ihrem 58. Länderspiel erstmals als Spielführerin auflief. Die 22-jährige Carlotta Wamser, die bei Bayer 04 Leverkusen unter Vertrag steht und 13 Länderspiele vorzuweisen hat, war für die verletzte Franziska Kett in die Startelf gerückt. "einfach blind aufs Tor geschossen, war dann ganz gut am Ende", beschrieb sie ihren Treffer.
Nach dem Seitenwechsel brachte eine abgefälschte Flanke von Wamser das Gebälk des norwegischen Tores zum Vibrieren. In der 42. Minute hatte Signe Gaupset für Norwegen bereits einen Treffer erzielt, der wegen Abseitsstellung jedoch nicht anerkannt wurde. Bei der WM-Qualifikation gibt es keinen Videoassistenten, sodass die Entscheidung der Schiedsrichterin Bestand hatte. Verwarnungen wurden in der Partie nicht ausgesprochen.
Glück und Konsequenz: Wücks Bilanz
Christian Wück sprach nach dem Spiel von einem Spiel mit etwas Glück, wollte aber den positiven Aspekt hervorheben: "Jetzt ist ordentlich Druck abgefallen, wir haben das WM-Ticket gelöst und das ist alles, was wir wollten", fasste es Wamser zusammen. Wück rückte zudem den Blick auf den kommenden Gegner: "Brasilien, da wollte ich eh schon immer mal hin, zwar zum Urlaub machen, aber jetzt natürlich zum Fußballspielen."
Mit dem 2:0-Erfolg haben die DFB-Frauen 13 von 15 möglichen Punkten in der Qualifikation gesammelt und die Gruppe bereits vor dem letzten Spieltag angeführt. Das abschließende Qualifikationsspiel vor der Sommerpause steigt am Dienstag um 18:00 Uhr in Ljubljana gegen Slowenien. Norwegen hingegen kann sich nur noch über die Play-offs für die Endrunde qualifizieren.
Ehre für Rio 2016, Finale in Sicht
Bereits vor dem Anpfiff war die Partie von einer Würdigung geprägt: Die Olympiasiegerinnen von Rio 2016, die im Maracanã-Stadion Schweden mit 2:1 besiegten und damit vor zehn Jahren die Goldmedaille gewonnen hatten, wurden im Stadion geehrt. Dorthin wird auch der Weg der Mannschaft 2027 führen: Das Finale der Frauen-Weltmeisterschaft 2027 ist für den 25. Juli im Maracanã-Stadion terminiert.
NADA-Meldung: Freigang im Fokus
Auch abseits des Spielfelds sorgte eine Meldung der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) für Aufsehen. Während der Partie veröffentlichte die NADA, dass Laura Freigang gegen die Meldepflichten des Anti-Doping-Gesetzes verstoßen habe. Laut NADA war die 28-jährige Stürmerin von Eintracht Frankfurt innerhalb von zwölf Monaten dreimal nicht an ihrem angegebenen Aufenthaltsort für eine Dopingkontrolle anzutreffen. Drei verpasste Kontrollen stellen einen Whereabouts-Verstoß dar, der nach NADA-Regeln in der Regel eine Sperre von zwei Jahren nach sich zieht. Freigang ist nicht Teil des aktuellen DFB-Kaders für dieses Spiel. Weder Wück noch der DFB wollten sich nach dem Spiel konkret zum Fall Freigang äußern. Medienberichten zufolge ist Freigang nicht des Dopings verdächtig; alle bisherigen Proben seien negativ.
Auf personeller Ebene hatte Bundestrainer Wück zudem mit Ausfällen zu kämpfen: Neben Gwinn fehlte Janina Minge wegen einer Sperre, Nicole Anyomi von Eintracht Frankfurt zog sich ebenfalls eine Verletzung zu. Im Tor stand Ann-Katrin Berger, die sich erst rund drei Wochen zuvor eine Bauchverletzung zugezogen hatte und rechtzeitig genesen war. Die 35-Jährige steht bei Gotham FC in den USA unter Vertrag und hat 34 Länderspiele absolviert.
In der Offensive vertraute Wück unter anderem auf Lea Schüller, die zum ersten Mal seit der 1:4-Niederlage gegen Schweden in der EM-Gruppenphase im Sommer 2024 wieder in der Startelf stand. Die 28-Jährige spielt inzwischen für Manchester United und hat 87 Länderspiele vorzuweisen. Schüller und Linda Dallmann von Bayern München leiteten den Angriff ein, der zum 2:0 durch Wamser führte. Auch beim Führungstor durch Müller waren Dallmann und Klara Bühl die Vorbereiterinnen.
Ausfälle und Comebacks im DFB-Kader
Kapitänin der norwegischen Mannschaft war Caroline Graham Hansen. Trainer der Skandinavierinnen ist Grainger. Das deutsche Team, das mit der Tabellenführung in die Partie gegangen war, konnte damit den Gruppensieg vorzeitig perfekt machen. Die Frauen-Weltmeisterschaft 2027 in Brasilien ist die erste WM-Endrunde, die in Südamerika stattfindet. Spanien ist amtierender Weltmeister.
Mit dem Erfolg in Köln endet für die DFB-Frauen eine Phase mit Höhen und Tiefen: Müller selbst hatte sich Anfang 2025 im DFB-Training einen Kreuzbandriss zugezogen und musste eine längere Pause einlegen. Umso größer fiel die Freude über das Debüt-Tor aus, das gleichzeitig den Grundstein für die vorzeitige Qualifikation legte. Die Mannschaft reist nun mit dem festen WM-Ticket im Gepäck nach Slowenien, ehe die Sommerpause beginnt.
Das Spiel in Köln markierte zugleich einen Meilenstein für den deutschen Frauenfußball: Noch nie zuvor hatte ein Frauen-Länderspiel im Stadion des 1. FC Köln stattgefunden. Mit der Atmosphäre und der Stimmung im Rücken geriet der Abend für die Gastgeberinnen zu einer rundum gelungenen Angelegenheit. Die Vorfreude auf Brasilien ist bereits spürbar – nicht nur bei Müller und Wamser, sondern im gesamten Team.
Fragen & Antworten
Wer ist Marie Müller und warum ist ihr Debüt bemerkenswert?
Marie Müller ist eine 25-jährige Stürmerin, die in Dortmund geboren wurde und für Portland Thorns FC in den USA spielt. Sie feierte in Köln gegen Norwegen ihr Länderspieldebüt und erzielte in der 18. Minute direkt ihr erstes Tor für die deutsche A-Nationalmannschaft – als zwölfte Debütantin unter Bundestrainer Christian Wück.
Wie hat sich Deutschland für die WM 2027 in Brasilien qualifiziert?
Durch den 2:0-Sieg gegen Norwegen am 5. Juni 2026 in Köln sicherte sich die DFB-Auswahl vorzeitig den Gruppensieg und das WM-Ticket. Mit 13 von 15 möglichen Punkten in der Qualifikationsgruppe ist Deutschland nicht mehr von einem der Play-off-Plätze zu verdrängen.
Welche Rolle spielt der Fall Laura Freigang im Umfeld der Partie?
Während des Spiels veröffentlichte die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA), dass Laura Freigang innerhalb von zwölf Monaten dreimal nicht an ihrem angegebenen Aufenthaltsort für eine Dopingkontrolle angetroffen wurde. Freigang gehört nicht zum aktuellen DFB-Kader; weder Bundestrainer Wück noch der DFB äußerten sich konkret zum Fall.